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Corona-Lockerungen : Merkel will Öffnungsschritte mit umfangreichen Tests absichern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bild: EPA

Für drei Bereiche kann sich die Bundeskanzlerin Lockerungen vorstellen. Den Einzelhandel hat sie dabei offenbar nicht im Blick, wie Teilnehmer der CDU-Gremiensitzungen berichten.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel will schrittweise Lockerungen der geltenden Corona-Beschränkungen auf drei Feldern prüfen und sie an die Anwendung von Soforttests knüpfen. Teilnehmer der CDU-Gremiensitzungen am Montag berichteten, Merkel habe geäußert, sie verstehe die Sehnsucht der Bürger nach einer Öffnungsstrategie. Doch müssten solche Schritte klug mit vermehrten Tests verbunden werden.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die Kanzlerin habe dargelegt, sie sehe die Möglichkeit, für drei verschiedene Sektoren „Pakete zu schnüren“. Genannt worden seien erstens persönliche Kontakte, zweitens die Schulen und Berufsschulen und drittens Sport, Gastronomie und Kultur. Der Einzelhandel fand offenkundig in diesem Zusammenhang keine Erwähnung.

          „Kinder, besonders jüngere, brauchen einander“

          Von Dienstag an soll sich eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) mit den Einzelheiten möglicher Öffnungspfade befassen und die nächste Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten entsprechend vorbereiten. Braun sagte der CDU-Spitze am Montag dem Vernehmen nach, die aktuellen Virusvarianten zerstörten leider gerade „unsere gute Entwicklung“.

          Das CDU-Präsidium erörterte am Montag auch die Möglichkeit, in die Impfkampagne gegen Corona zusätzlich Hausärzte und Betriebsärzte einzubinden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gab zu bedenken, dieser Schritt sei nur dann sinnvoll, wenn wie bei einer Grippeimpfung wöchentlich drei bis fünf Millionen Impfdosen zur Verfügung stünden. Spahn stellte in Aussicht, Corona-Selbsttests könnten von der nächsten Woche an zugelassen werden; er warb auch für den Beitrag, den Schnelltests bei der Eindämmung des Virus leisten könnten.

          Die Kurve der Neuinfektionen hatte am Sonntag den vierten Tag in Folge nach oben gezeigt - trotz des seit Mitte Dezember geltenden Lockdowns. Am Montag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) kaum Veränderung: Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 4369 Neuinfektionen, vor einer Woche waren es 4426 gewesen. Zugleich stieg aber die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) weiter an: und zwar auf bundesweit 61,0. Am Vortag hatte sie noch bei 60,2 gelegen.

          Unterdessen haben an diesem Montag nach rund zweimonatiger Schließung und Notbetreuung in weiteren zehn Bundesländern wieder Kindertagesstätten und Grundschulen geöffnet. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek unterstützt das: „Es ist gut, dass viele Schulen in Deutschland jetzt schrittweise wieder mit dem Präsenzunterricht beginnen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Präsenzunterricht sei durch nichts zu ersetzen. „Kinder, besonders jüngere, brauchen einander.“

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