https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-wie-viele-tote-nehmen-wir-fuer-bequemlichkeit-in-kauf-17975725.html

Maske auf oder Maske runter? : Die Demaskierung der Deutschen

  • -Aktualisiert am

Auf der Frankfurter Zeil läuft jemand an einer auf den Boden geworfenen Maske vorbei. Bild: Lucas Bäuml

Wie viele Menschenleben darf es kosten, ohne Maske vor dem Joghurtregal im Supermarkt zu stehen? Wir sollten ehrlich sagen, was uns unsere Bequemlichkeit wert ist: viele Tote, jeden Tag.

          2 Min.

          Seit es Corona gibt, sagen Fachleute, dass wir lernen müssen, mit dem Virus zu leben, weil es nicht mehr verschwindet. Das klingt naheliegend, ist praktisch gesehen aber eine Zumutung. Wer nicht will, dass unschuldige Menschen sterben, muss den ewigen Lockdown verhängen. Wer das für übertrieben hält, muss stattdessen eine Frage zulassen, auf die es keine vernünftige Antwort gibt: Wie viele Menschenleben ist es mir wert, ohne Maske vor dem Joghurtregal im Supermarkt zu stehen? Wie viele können sterben, damit ich nicht mehr dauernd unangenehm kitzelnde Teststäbchen in der Nase habe?

          Die Frage ist keineswegs polemisch, weil der Zusammenhang zwischen Masken, Tests und Totenzahlen erwiesen ist. Die Frage klingt nur deshalb schrill, weil man sie eigentlich nicht beantworten kann. Es kann keine allgemeine Regel geben, die Menschenleben verrechnet mit Bequemlichkeiten. Das ist bei den Verkehrstoten und den Grippetoten nicht anders. Wir könnten viele von ihnen retten. Wir geraten aber nicht unter Zwang, es zu tun, weil wir nicht offen sagen, dass es uns Tausende Tote wert ist, kein Tempolimit und keine Grippeimpfpflicht zu haben. Wir schweigen lieber vornehm und sind nicht ehrlich. Auch die Corona-Mahner unterschlagen etwas, wenn sie sagen, 300 Corona-Tote am Tag seien zu viel. Sie sagen nämlich nicht, welche Zahl akzeptabel wäre. Fünfzig? Hundert?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Mutmaßliche Spionageaktion : China protestiert gegen Abschuss seines Ballons

          Peking wirft den Vereinigten Staaten einen Angriff auf ein ziviles Luftschiff vor. Amerika will die Trümmer nachrichtendienstlich untersuchen. Das chinesisch-amerikanische Verhältnis erreicht einen neuen Tiefpunkt.
          Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer

          Eintracht Frankfurts Präsident : Fischer muss sein Amt ruhen lassen!

          Peter Fischer stellte seine Haltung und seine Rolle als Kämpfer gegen das Übel der Welt gerne in den Vordergrund seiner Auftritte. Daher hätte er sich nun sofort an die eigene Nase fassen müssen.
          Kaum schweres Gerät: Anwohner und freiwillige Helfer versuchen in Idlib, Verschüttete aus den Trümmern zu bergen.

          Erdbeben in Nordsyrien : Erst die Bomben, jetzt das Beben

          In Nordsyrien trifft das Desaster eine traumatisierte Bevölkerung, die von islamistischen Milizen beherrscht wird. Hoffnung auf internationale Hilfe hegt hier kaum jemand. Auch politisch ist das Land ein Katastrophenfall.