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Corona-Kontaknachverfolgung : Warum sind die Gesundheitsämter nicht Herr der Lage?

Digitale Pandemiebekämpfung: Eine Karte im Gesundheitsamt Berlin-Mitte zeigt Ausbrüche. Bild: Andreas Pein

Die einheitliche Digitalisierung der Gesundheitsämter scheint in weiter Ferne, wie eine F.A.Z.-Umfrage zeigt. Geld kommt teilweise nicht an. Und Mitarbeiter haben den Eindruck, in der Corona-Krise wie Sündenböcke behandelt zu werden.

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          Gesundheitsämter haben einen schweren Stand. Die Mitarbeiter sind an vorderster Front der Pandemiebekämpfung tätig, sollen das Ausbruchsgeschehen ermitteln, Kontaktpersonen von Infizierten in Quarantäne schicken. Sie machen unzählige Überstunden und sind fast durchweg überarbeitet. Trotzdem entsteht manchmal der Eindruck, sie seien noch immer nicht ganz Herr der Lage. Gesundheitsminister Jens Spahn stellte kürzlich als Erfolg heraus, dass weniger gefaxt werden müsse. „Das Fax ist zum Sinnbild einer angeblich fehlenden Digitalisierung und damit einhergehenden Überforderung geworden“, sagt Kay Ruge vom Deutschen Landkreistag, der 290 kommunale Gesundheitsämter vertritt.

          Timo Steppat

          Redakteur in der Politik.

          Auch in den Kommunen wehren sich die Amtsärzte, man verfüge seit langem über eine digitale Infrastruktur, die wenigsten hätten vor der Pandemie gefaxt – es waren zuletzt die Labore, die Ergebnisse per Fax schickten. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel am 19. Januar mit den Ministerpräsidenten die Verlängerung des Lockdowns beschloss, sagte sie, der Inzidenzwert von 50 Covid-Infizierten pro 100.000 Einwohnern sei das Ziel, damit die Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter gelingen könne. Diese müssten ertüchtigt werden – personell und digital. Nun grassiert die Pandemie schon seit elf Monaten. Warum werden die Gesundheitsämter erst jetzt ertüchtigt?

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