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Corona-Pandemie : Wann fallen in den Krankenhäusern wieder Operationen aus?

In einem Krankenhaus in Ludwigsburg versorgt ein Pfleger einen COVID-19-Patienten (Archivbild) Bild: dpa

Auf den Intensivstationen kommen immer mehr Corona-Kranke an. Krankenhausvertreter warnen, dass bald wieder Eingriffe ausfallen müssen. Doch selbst das kann Ungeimpfte laut einer neuen Studie nicht umstimmen.

          3 Min.

          Der Spitzenverband der deutschen Krankenhäuser warnt davor, dass angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen bald wieder Operationen ausfallen könnten. „Bei 3000 COVID-19-Patienten auf Intensivstation wäre die Belastung für das Personal so groß, dass je nach regionaler Situation planbare Eingriffe wieder verschoben werden müssen“, sagte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, der F.A.Z. Allerdings müssten vor Ort immer mehrere Indikatoren berücksichtigt werden. Nach Angaben des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen am Donnerstag bundesweit 1800 COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser, sie belegten acht Prozent der Betten. Seit Anfang Oktober ist die Zahl der Corona-Kranken auf den Intensivstationen um mehr als ein Drittel gestiegen.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Die Zahl der Infizierten ist zuletzt sprunghaft angestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag mit 130,2 Fällen pro 100.000 Einwohner an. Am Vortag hatte der Wert bei 118,0 gelegen, vor einer Woche bei 85,6. Auch die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz stieg am Donnerstag abermals deutlich an. Demnach mussten zuletzt 3,31 von 100.000 Einwohnern wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. „Wir sehen jetzt schon, dass die Hospitalisierungsrate von 3 mit der gerade stattfinden Dynamik – plus 38 Prozent binnen einer Woche – zu einer deutlichen Zunahme der Belegungen auf Intensivstationen binnen einer Woche bis zehn Tage führt“, sagte Gaß.

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