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Ambulante Pflegedienste : Wenn Altenpfleger in Mülltüten arbeiten müssen

Pflegebedürftige sind besonders darauf angewiesen, vor einer Infektion geschützt zu werden. Bild: Frank Röth

Pflegedienste betreuen mehr als 800.000 Menschen in Deutschland. Die würden sie gerne vor Infektionen mit dem Virus schützen. Doch nach wie vor mangelt es an Schutzkleidung. Dazu kommt die Sorge vor finanziellen Einbußen.

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          Die Wünsche der Altenpflegerin sind bescheiden, zumindest waren sie das früher einmal. Ein paar Schutzanzüge wären gut, sagt sie, Overalls oder lange Kittel, die man über der Kleidung trägt. In normalen Zeiten sind das Wegwerfartikel, erhältlich für ein paar Euro pro Stück im medizinischen Großhandel. Damit könnte sich die Pflegerin vor Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus schützen, einerseits. Vor allem aber könnte sie damit noch etwas besser verhindern, dass sie den Erreger aus Versehen an ihre Patienten weitergibt; an die Alten und Kranken, die sie auch zu Hause betreut.

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Marion Hartmann ist leitende Pflegerin beim Interkulturellen Sozialdienst in Hannover und pragmatisch veranlagt. Es sind ja keine normalen Zeiten gerade, und weil man beim Großhandel ausgelacht wird, wenn man, wie selbstverständlich, 100 Schutzanzüge bestellt, hat sie damit begonnen, zu improvisieren. Also ist Hartmann in den nächsten Supermarkt gefahren und hat dort ins Regal gegriffen, wo die extragroßen Müllsäcke gelagert werden, jeder fasst 160 Liter. „Einen für oben, einen für unten“, sagt Hartmann, fertig sei der Schutzanzug. Man müsse nur vorher mit der Schere ein paar Löcher hineinschneiden.

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