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Corona und Palliativmedizin : Leben und sterben lassen

Auf schwere Fälle eingestellt: Ärzte und Pfleger auf der Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt Bild: Frank Röth

Wenn Heimbewohner an Covid-19 schwer erkranken, geht es meist auf die Intensivstation. Dabei wollen viele gar nicht beatmet werden – doch über das Thema wird vorher kaum gesprochen.

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          Es sind keine einfachen Gespräche, die Dirk Müller mit alten Menschen führt, vielleicht sind es sogar die schwersten überhaupt. Er fragt, wie sie zum Leben stehen, zu schwerer Krankheit und auch zum Tod. Müller ist Altenpfleger und Hospizhelfer, er leitet in Berlin die „Zentrale Anlaufstelle Hospiz“. In seinen Gesprächen, die manchmal mehrere Stunden dauern, fragt er nach den Wünschen der alten Menschen. Ob sie, wenn sich ihre Krankheit verschlimmert, im Krankenhaus behandelt werden wollen. Oder ob sie lieber zu Hause oder im Pflegeheim sterben möchten. Müller sagt: „Über diese Fragen wird zu wenig mit den Menschen gesprochen.“

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

          Das sei vor Ausbruch der Corona-Pandemie so gewesen, aber jetzt sei das Thema noch drängender. Denn bei einer Covid-19-Erkrankung bleibt oft kaum Zeit. Die Symptome kommen rasch, der Zustand der Patienten kann sich sehr schnell verschlechtern. Man kann nicht längerfristig planen, wie das oft etwa bei Krebserkrankungen der Fall ist. Dazu kommt, dass ältere und alte Menschen, die zur Risikogruppe zählen und vom Coronavirus besonders gefährdet sind, häufig auch noch andere Erkrankungen haben. In Deutschland liegt laut Robert-Koch-Institut das mediane Alter der bislang Verstorbenen bei 82 Jahren. In Italien, wo es deutlich mehr Tote gab, waren es 79 Jahre bei den Männern und 82 Jahre bei den Frauen. Die Erfahrung vieler Mediziner ist, dass alte und vorerkrankte Menschen die Behandlung auf der Intensivstation oft nicht überleben – oder erhebliche Folgeschäden haben, sogar schwerstbehindert sind.

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