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Doppelte Welle droht : Unterschätzte Grippe

  • -Aktualisiert am

Nun auch gegen Grippe geimpft: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Bild: dpa

Neben Corona droht mit der Grippe eine zweite Infektionswelle im Herbst und Winter. Auch davor kann eine hohe Impfquote schützen.

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          Auch vor Corona fielen fast jedes Jahr Tausende, vor allem ältere Menschen ohne Impfschutz der Grippe als einer ebenso hochansteckenden Krankheit zum Opfer. Auch viele nichtgeimpfte Jüngere erkranken jedes Jahr an Grippe, teils mit schweren Symptomen bis hin zur Lungenentzündung. Doch im Schatten der Debatte, wie sich die stagnierende Impfquote zur Eindämmung der vierten Corona-Welle deutlich steigern lässt, ist die Gefahr einer parallelen Grippewelle bislang kein großes Thema gewesen. Zumal die saisonale Influenzawelle vergangenes Jahr wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ausblieb.

          Selbst die weltumspannende Hongkong-Grippe, die Ende der sechziger Jahre allein in Deutschland Zehntausende Menschenleben kostete, geriet in kollektive Vergessenheit. Und trotz der Warnung der WHO vor einer Schweinegrippe-Pandemie im Jahr 2009 war die Impfbereitschaft damals gering. Die Zweifel vieler Deutscher am Sinn einer jährlichen Grippeschutzimpfung wurde verstärkt, als diese Pandemie mild verlief. Wie bei der Corona-Impfdebatte überschätzen viele die Nebenwirkungen von Grippeschutzimpfungen und unterschätzen die Krankheit. Die eindringliche Warnung von Gesundheitsminister Spahn und RKI-Präsident Wiele, dass es in diesem Herbst und Winter anders kommen könne und eine Überlastung der Krankenhäuser drohe, sollte jedoch ernst genommen werden. Gegen eine doppelte Infektionswelle ist die doppelte Impfung der beste Schutz.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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