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Frankfurter Bahnhofsviertel : Wenn der Dealer in Quarantäne ist

Heroinspritzen in Zeiten von Corona: Schädlich ist es immer, aber hier im Drogenhilfezentrum „La Strada“ in Frankfurt geht es wenigstens hygienisch zu. Bild: Helmut Fricke

Junkies geht es in der Corona-Krise besonders schlecht. Sie kommen kaum an Geld. Drogen brauchen sie trotzdem. Und einen Platz zum Schlafen, wenn es geht.

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          Angst vor Corona haben sie keine, die harten Jungs und Mädels aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel. Ihre Körper haben schon viel mitgemacht. Seit Jahrzehnten spritzen sie sich das Zeug in die Venen, der Tod ist nie weit weg. Sie haben Aids und Hepatitis überstanden, da fürchten sie sich nicht vor ein paar Coronaviren.

          Livia Gerster
          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Das kann uns nix“, sagt eine schwer bepackte Frau. Ihr Lächeln ist zahnlos, es muss einmal sehr charmant gewesen sein. Drei Taschen und einen bestimmt dreißig Jahre jüngeren Mann schleppt sie mit sich, ihr ganzes Leben. Ein ungleiches Paar, nicht nur altersmäßig. Sie gutmütig blinzelnd, er nervös vor sich hin schimpfend: „Scheiße hier, jetzt komm doch endlich!“ Sie will aber noch was sagen. Schwierig sei es zurzeit. „Alles zu.“

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