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Wiederöffnung von Kitas : Licht ins Dunkel

Kita als Stillleben: Gummistiefel in einem Kindergarten nahe Hannover Bild: dpa

Die schrittweise Öffnung der Kitas und Schulen ist richtig und wichtig – auch wenn es auf einen Feldversuch hinausläuft: Verbreiten Kinder das Coronavirus?

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          Vielleicht gehört es zur besonderen Perfidie dieses Sars-CoV-2 genannten Virus, dass es ausgerechnet denen besonders viel abverlangt, die am wenigsten selbst gefährdet sind. Kinder und junge Erwachsene haben nur ein geringes Risiko, schwer zu erkranken, und müssen sich doch vor allen anderen in ihrer Entfaltung einschränken. Der gesellschaftliche Sprengstoff, der darin auf lange Sicht liegt, ist enorm.

          Schon wird das Ächzen der Eltern immer lauter, die ihre Kinder seit Wochen zu Hause „einsperren“ müssen. Ärzte erinnern an die Gefahren, die die Schließung von Kitas und Schulen mit sich bringt – psychische Belastungen, Verschärfung von Lernunterschieden, Adipositas bis hin zu familiärer Gewalt. Und das alles ohne verlässliche Daten, die eine Ansteckungsgefahr durch Kinder belegen.

          Für die psychologische Seite ist es wichtig, dass sich die Länder jetzt darauf geeinigt haben, dass die Kitas schrittweise öffnen und alle Kinder noch vor den Sommerferien zumindest zeitweise wieder in die Schulen dürfen. Kinder und Eltern bekommen so zumindest eine Perspektive.

          Entscheidend aber wird sein, dass alle Öffnungsprojekte möglichst engmaschig von der Wissenschaft begleitet werden. Denn nur so kann den Lehrern und Erziehern ihre berechtigte Angst genommen werden, dass sie die Leidtragenden der Lockerungen sein werden. Und nur so kann endlich Licht in das Dunkel der quälenden Frage gelangen, ob die Einschränkungen für die Kleinsten der Gesellschaft tatsächlich nötig sind.

          Alexander Haneke
          Redakteur in der Politik.

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