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Corona-Tests : Helfer sollen Pflegekräfte entlasten

Entlastung benötigt: Pflegekräfte müssen vielerorts in Deutschland, wie hier in Frankfurt, zu ihrer Arbeit noch die Bewohner auf Corona testen. Bild: Maximilian von Lachner

Pfleger in Pflegeheimen sind im Dauereinsatz. Neben ihrer Arbeit müssen sie oft Coronatests durchführen. Bund und Länder wollen nun Helfer schicken und sie entlasten.

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          Den mehr als 11.000 Heimen im Land, die dauerhaft Pflegebedürftige betreuen, mangelt es gerade nicht an Arbeit. Nicht nur dass die angemessene Betreuung der Alten und Kranken wegen Personalmangels auf den Stationen ohnehin schon oft zu kurz greift. Seit Ende Dezember müssen die Heime die Corona-Massenimpfungen von Bewohnern und Personal mitorganisieren, was gerade in Einrichtungen mit vielen Demenzkranken einen erheblichen Aufwand bedeutet.

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Und dann gibt es noch ein weiteres Problem, das direkt mit dem Virus in Verbindung steht: Damit die Bewohner aus Gründen des Infektionsschutzes nicht noch einmal, wie im Frühjahr, von jeglichem Besuch abgeschnitten sind, gilt seit einigen Wochen ein umfangreiches Testregime. Wo es viele Corona-Fälle gibt, sollen Besucher einen Schnelltest absolvieren, wenn sie ins Gebäude wollen. Auch die Pfleger sollen sich regelmäßig Tests unterziehen.

          Der Bund und die Länder haben nach ihren jüngsten Beratungen am Dienstag durchblicken lassen, dass sie die Situation in den Heimen durchaus für verbesserungswürdig halten – zumindest was das Testen betrifft. Die Einrichtungen seien „in der Verantwortung, eine umfassende Umsetzung der Testanordnung sicherzustellen“, mahnten Bund und Länder. Zugleich stellten sie fest, dass vielerorts das Personal für die Tests fehlt.

          Deshalb wollen Bund und Länder erreichen, dass Freiwillige vorübergehend beim Testen in den Heimen helfen. Die kommunalen Spitzenverbände sollen den Bedarf ermitteln, die Arbeitsagenturen passende Helfer finden und die Hilfsorganisationen die Freiwilligen dann anlernen. So weit der Plan.

          Gewohntes Bild: eine Pflegerin im Seniorenheim Pauline-Krone-Heim in Tübingen hält einen Corona-Schnelltest in der Hand.
          Gewohntes Bild: eine Pflegerin im Seniorenheim Pauline-Krone-Heim in Tübingen hält einen Corona-Schnelltest in der Hand. : Bild: dpa

          Wie gut das in der Praxis funktioniert, ist freilich eine andere Frage. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste vertritt 4000 Pflegeheime in privater Trägerschaft. Der Geschäftsführer für den stationären Bereich, Herbert Mauel, kritisiert den Beschluss als widersprüchlich. „Erst wird gesagt, man wolle die Einrichtungen verpflichten, danach heißt es, wahrscheinlich schaffen sie das nicht. Dazwischen stehen wir“, sagt Mauel. „Die Heime haben ein großes Interesse an der Durchführung dieser Tests, weil wir dadurch ein höheres Maß an Sicherheit bekommen.“

          Doch Mauel sagt auch, dass Tests von Angehörigen bislang nicht immer möglich waren. Gerade spontane Besuche seien für die personell meist klammen Einrichtungen eine Herausforderung. Man sei daher für jede Hilfe dankbar. Eine Sprecherin des Caritas-Bundesverbands bestätigt, dass die Tests „personell teilweise nicht zu stemmen“ gewesen seien. „So mussten die Caritas-Einrichtungen der Altenhilfe in München einige Tage lang Besuche untersagen.“

          Beim Roten Kreuz hieß es am Mittwoch, das Personal in der Pflege sei derzeit „am Limit“. Testanordnungen und Verschärfungen der Vorgaben allein reichten nicht. „Wir benötigen mehr Personal in der Pflege.“ Diakonie-Präsident Ulrich Lilie bestätigte, dass Hilfskräfte nach einer entsprechenden Schulung grundsätzlich Tests durchführen können. „Am besten wäre es natürlich, wenn die Hilfskräfte bereits medizinisches oder pflegerisches Wissen und Können mitbringen“, sagte Lilie.

          Alle Mitarbeiter täglich getestet

          In Haltern am See leitet Peter Künstler zwei Altenpflegeeinrichtungen mit zusammen rund 150 Bewohnern. Er fand es von Anfang an richtig, dass in den Pflegeheimen mehr getestet werden soll, um die Schwächsten zu schützen. In seinen Einrichtungen werde jeder diensthabende Mitarbeiter täglich getestet – von den Pflegekräften über die Mitarbeiter des sozialen Dienstes bis zum Küchenpersonal. Ebenso alle Besucher. Etwa 500 Tests in der Woche kommen so zusammen.

          Um den Aufwand zu bewältigen, hat Künstler zwei Zeitarbeitskräfte eingesetzt, um die er sich schon früh bemüht hat. Denn das viele Testen dürfe nicht zum Nachteil der Pflegebedürftigen erfolgen, sagt er: „Für die muss natürlich weiter genügend Zeit bleiben.“ Zudem haben Ärztinnen aus dem Ort einen Teil des Personals geschult, die nun ebenfalls Antigentests vornehmen können: Pflegefachkräfte, aber auch Auszubildende im dritten Lehrjahr.

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