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Test-Panne in Bayern : Söders Grenzen

Er gibt weiter die Richtung vor: Markus Söder am Donnerstag mit Melanie Huml. Bild: dpa

Der CSU-Ministerpräsident schüttelt sich kurz. Dann ist Bayern wieder spitze. War etwas? Zum ersten Mal in seiner Amtszeit könnte Markus Söder Bayern als Heimat tatsächlich groß genug sein.

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          Die bayerische Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen wird vielen irgendwie bekannt vorkommen. Seit Beginn der Pandemie war der Corona-Test ein Flaschenhals der Krise. Die Benachrichtigung über das Ergebnis dauerte in vielen Fällen viel zu lange, was den Sinn der Tests in Frage stellte. Sind erst einmal Tage vergangen, hat sich das Ergebnis erübrigt.

          Drastisch ausgebaute Testkapazitäten verschärften das Problem, überforderten die Behörden aber nicht, weil deren Aufrüstung mit der steigenden Zahl der Tests Schritt hielt. Was passiert, wenn Hektik um sich greift, ist jetzt in Bayern zu besichtigen: Wo Software fehlt und handschriftlich (!) gearbeitet werden muss, können Testzentren noch so schnell aufgebaut werden, der Flaschenhals ist wieder da.

          Schneller, besser und klüger als andere

          Markus Söder ist deshalb in eine peinliche Lage geraten. Er wollte bislang immer der Ministerpräsident sein, der schneller, besser und klüger ist als andere. Damit hat er Bayern dieses Mal überfordert. Auch der Vorwurf, die Länder hätten viel früher wissen können, dass der Rückreiseverkehr das Virus verbreitet und Testzentren deshalb längst hätten vorbereitet sein müssen, bleibt an Bayern kleben.

          Söder hat es nun mit überforderten Behörden, verbitterten Ehrenamtlichen und verunsicherten Urlaubern zu tun – und mit steigenden Infektionszahlen. Der Eindruck des hechelnden Machers richtet sich nun gegen ihn selbst, Schadenfreude inklusive.

          Aber was bleibt ihm übrig? Söder präsentierte Bayern auch am Donnerstag als einsame Spitze, angesichts des „schweren Fehlers“ gar als Opfer einer Vorreiterrolle, die es für ganz Deutschland spiele. Der Leiter des Landesamts für Gesundheit wird versetzt, Melanie Huml, die Gesundheitsministerin, verliert Kompetenzen an das Innenministerium, darf aber bleiben.

          Der CSU-Politiker bescheinigte sich mit gewohntem Selbstbewusstsein die „Führung“, die in Corona-Zeiten gleichwohl noch öfters mit Fehlern und Rückschlägen konfrontiert werde. Mit anderen Worten: Söder, ganz der alte? Es könnte der erste Tag in seiner Amtszeit gewesen sein, an dem ihm Bayern als Heimat tatsächlich groß genug ist.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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