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Kriminelle nutzen die Krise : Corona stürzt das Verbrechen in eine „Findungsphase“

In Privatwohnungen wird derzeit weniger eingebrochen. Dafür stehen Geschäftsräume bei Krimimellen höher im Kurs. Bild: dpa

Auch Kriminelle haben es in Pandemie-Zeiten nicht leicht: Taschendiebstahl, Drogenhandel und Prostitution nehmen ab. Doch die Kriminalität verlagert sich in andere Felder und am Ende könnte es mehr Geldwäsche geben.

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          Wenn Berliner Polizisten in diesen Tagen Anzeigen aufnehmen, steht ihnen ein zusätzliches Kästchen zur Verfügung: Covid-19. Hängt ein Delikt mit der Corona-Krise zusammen – sind Desinfektionsmittel gestohlen oder ist gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen worden – machen die Beamten dort ein Kreuz. Längst nicht alles, was die Polizei in diesen Tagen aufnimmt, ist von Ausgangsbeschränkungen bestimmt, aber eine Krise, die das Leben so grundlegend beeinflusst, verändert auch die Kriminalität.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Timo Steppat
          Redakteur in der Politik.

          Wenn viele Menschen zu Hause bleiben, gehen zunächst mal die „Tatgelegenheiten“ zurück, wie es in Polizeisprache heißt. Die Straßenkriminalität sinkt massiv. Taschendiebstähle sind in Berlin nach der Kontaktsperre etwa auf ein Drittel der Vorwochen zurückgegangen. In Nordrhein-Westfalen sank die Zahl im März auf 1702; im Vorjahr waren es 2912 gewesen. In NRW gab es auch deutlich weniger Raubüberfälle – Geschäfte, die sonst womöglich davon betroffen wären, haben geschlossen. Viele Menschen arbeiten von zu Hause aus, wodurch auch die Zahl der Wohnungseinbrüche in den Bundesländern gesunken ist. Kein Einbrecher will riskieren, in eine Videokonferenz zu platzen. Das Bundeskriminalamt geht von einem bundesweiten Rückgang aus. Gleichzeitig nehmen Einbrüche im gewerblichen Bereich zu, wie die hessischen Behörden feststellen. Aufgrund gestiegener Preise für Medizinprodukte hat der Diebstahl hier in großem Stil zugenommen.

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