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Studie an Schulen : „Kinder wirken eher als Bremsklötze der Infektion“

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Darüber hinaus hätten auch die zahlreichen Kontakte der Schüler untereinander sowie außerhalb ihrer Familien während des Lockdowns nicht zu einer Verbreitung des Virus beigetragen. „Hier konnten wir erfreulicherweise feststellen, dass sich in der ausgewählten Altersgruppe und in den untersuchten Schulen weder vor dem Lockdown noch nach der Wiedereröffnung Hotspots entwickelt haben“, sagte Berner. Und das, obwohl vier von fünf Schülern angegeben hatten, über ihre Mitschüler und Familienmitglieder hinaus regelmäßig soziale Kontakte auch zu anderen Menschen gepflegt zu haben.

Nach Ferien keine Masken-Pflicht mehr an Sachsens Schulen

Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz (CDU) sagte, die Studie zeige, dass die Entscheidung richtig gewesen sei, schon früh wieder mit dem Schulbetrieb zu beginnen. Für das neue Schuljahr, das in Sachsen am 31. August beginnt, soll dann wieder in allen Jahrgangsstufen der Regelbetrieb gelten. „Die Schülerinnen und Schüler werden wie gewohnt in ihren Klassen und Kursen nach den geltenden Stundentafeln und Lehrplänen unterrichtet“, sagte Piwarz.

Auch Thüringen hatte zuvor bereits angekündigt, nach den Ferien wieder in den Regelbetrieb an den Schulen gehen zu wollen. Der Pflichtunterricht im neuen Schuljahr habe höchste Priorität, sagte Piwarz. Flächendeckende Schulschließungen werde es nicht mehr geben, auch wenn das Infektionsgeschehen im Herbst wieder zunehmen sollte. „Dann werden wir lokal oder regional und zeitlich begrenzt reagieren“, sagte der Minister. „Das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe und die Chancengerechtigkeit dürfen in der Abwägung mit Infektionsschutzmaßnahmen nicht leichtfertig unter die Räder geraten.“

Auch das Gebot, Abstand zu halten, und die Pflicht zum Mund-und-Nasenschutz werden nach den Sommerferien in Sachsens Schulen ebenso wie in Thüringen außer Kraft gesetzt. Zwar bleibt die Empfehlung bestehen, Mund und Nase zu bedecken sowie Abstand zu halten, allerdings werde weder das eine noch das andere bei Schulen im Regelbetrieb funktionieren, sagte Piwarz. Auf die Einhaltung der Hygiene-Regeln wie häufiges Händewaschen und Desinifizieren werde aber weiterhin geachtet.

Studienleiter Reinhard Berner forderte dazu auf, Kompromisse zu schließen. Kinder und Jugendliche brauchten Unterricht und soziale Kontakte. Zugleich seien aber Abstandhalten und Schutzmasken gerade in Kindergärten und Grundschulen nicht umsetzbar. „Dann sollte man auch darauf verzichten“, sagte Berner. „Wir müssen weg von der Vorstellung, es könne hundertprozentige Sicherheit geben.“

Bildungsminister Piwarz kritisierte darüber hinaus Äußerungen von Politikern wie der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, die abermals vor einer Öffnung der Schulen gewarnt hatte. „Es ist in höchstem Maße ärgerlich, dass immer noch wider besseren Wissens verbreitet wird, dass Kinder Virenschleudern und Schulen und Kindergärten Verbreitungs-Hotspots wären“, sagte der Politiker. Die Mediziner kündigten an, die Studie auch über das Jahr hinaus weiterzuführen und auf weitere Einrichtungen wie Kindergärten auszudehnen.

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