https://www.faz.net/-gpf-9yzjr

Coronavirus in Deutschland : Spielplätze, Zoos, Museen und Kirchen sollen wieder öffnen

  • Aktualisiert am

Geschlossen wegen Corona: Spielplatz in Eßlingen Bild: dpa

Der Bund will die seit Wochen geschlossenen Spielplätze unter strengen Auflagen wieder öffnen lassen. Auch Museen, Zoos, Ausstellungen und Gedenkstätten sollen Menschen wieder besuchen können – ebenso wie Gottesdienste.

          2 Min.

          Der Bund will die wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossenen Spielplätze wieder öffnen lassen. Dabei sollten Eltern darauf achten, dass überfüllte Anlagen gemieden und grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden, heißt es in der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstagnachmittag.

          Auch Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können nach Ansicht des Bundes unter Auflagen wieder öffnen. Voraussetzung sei besonders bei kleinen und historischen Gebäuden, dass die Auflagen zur Hygiene sowie die Einhaltung des nötigen Abstands räumlich und personell umgesetzt werden könnten, heißt es in der Beschlussvorlage. Dazu soll kurzfristig ein Förderprogramm in Höhe von zunächst zehn Millionen Euro für coronabedingte Umbaumaßnahmen aufgelegt werden.

          Baldiges Konzept für Schulen und Sportstätten geplant

          Gottesdienste und Gebetsversammlungen will der Bund ebenfalls wieder zulassen – auch das unter den besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Zudem will die Regierung mehr Krankenhauskapazitäten für den Normalbetrieb freigeben – also auch für geplante Operationen. Aktuell sind etwa vierzig Prozent der Intensivbetten für Corona-Patienten freigehalten; die Krankenhäuser werden zudem finanziell entschädigt. In der Beschlussvorlage heißt es nun, die aktuelle Entwicklung der Infektionszahlen ermögliche eine Änderung.

          Ab sofort sollen demnach die Länder die Steuerung unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten übernehmen – auf der Basis eines vom Bund dafür vorgelegten Konzeptes. Zugleich sollten weiter ausreichend Covid-19-Behandlungskapazitäten freigehalten und an die Entwicklung der Pandemie angepasst werden.

          Wie es mit Schulen, Kitas und Vereinssport weitergeht, sollte nach dem Willen des Bundes erst am 6. Mai entschieden werden. Das betrifft auch die Bundesliga. Bis dahin will der Bund ein Konzept zur weiteren schrittweisen Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs erarbeiten lassen. Nordrhein-Westfalen beschloss allerdings am Donnerstag bereits, alle Grundschüler vom 11. Mai an zurück in die Schulen zu holen. Es sei ein tageweise rollierendes System geplant.

          Lesen Sie alle aktuellen Entwicklungen im F.A.Z.-Liveblog.

          Kanzleramtschef Helge Braun soll mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder auf der Grundlage der Empfehlungen der jeweiligen Ministerkonferenzen Vorschläge machen, heißt es in der Beschlussvorlage.

          Überblick: Mit diesen Beschlussempfehlungen geht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Nachmittag in die Beratungen mit den Regierungschefs der Länder zur Corona-Krise

          – Entscheidungen zu weiteren größeren Öffnungsschritten sollen erst am 6. Mai fallen. Derzeit könne man kaum beurteilen, wie sich die bisherigen Lockerungen auf das Infektionsgeschehen auswirkten.

          – Spielplätze sollen wieder öffnen. Eltern sollen dafür verantwortlich sein, dass ihre Kinder die Hygieneregeln einhalten.

          – Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

          – Gottesdienste und Gebetsversammlungen sollen wieder zugelassen werden – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          FBI-Direktor Wray am Donnerstag bei seiner Anhörung im Kapitol

          Wahlen in Amerika : FBI-Direktor stellt wieder starke Einmischung Russlands fest

          Sucht Russland auch 2020 die amerikanische Präsidentschaftswahl zu beeinflussen? Ja, sagt Christopher Wray. Die Aktionen richteten sich vor allem gegen Joe Biden. Für seine Einschätzung handelt sich der Chef der Bundespolizei eine öffentliche Rüge von Donald Trump ein.
          Mit Atemschutz-Maske hinter der Wärmebildkamera.

          Corona und die Zweifler : Der Tod ist nicht alles

          Wo ist die Evidenz, fragen Corona-Skeptiker: Die Verharmlosung der Katastrophe trifft längst nicht nur Wissenschaftler ins Mark. Hinter den Sterbeziffern türmt sich eine unvorstellbare Krankheitslast.
          Fulminantes Börsendebüt: Banner von Snowflake an der New Yorker Börse

          Cloud Computing : „Snowflake wird ein riesiges Unternehmen werden“

          Nach dem Börsengang hat Snowflake den Unternehmenswert verdoppelt. Das macht Mitgründer Benoit Dageville zum Milliardär. Mit der F.A.Z. spricht er über die Kursgewinne, den Berliner Standort und die Konkurrenz mit Amazon.

          50. Todestag : Wie starb Jimi Hendrix wirklich?

          Vor fünfzig Jahren starb Jimi Hendrix nach einem exzessiven Leben. Die Umstände seines Todes sind bis heute mysteriös. Versuch einer Rekonstruktion der letzten Stunden des einflussreichsten Gitarristen der Rockgeschichte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.