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Kontrollen wegen Corona : Wie sich Laschet gegen Seehofer durchsetzte

Nicht immer einer Meinung: Horst Seehofer und Armin Laschet (Archivbild) Bild: dpa

Der Bundesinnenminister wollte Deutschland von allen seinen Nachbarländern abriegeln – doch Nordrhein-Westfalen und Armin Laschet stemmten sich dagegen.

          4 Min.

          Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wohnt in Aachen, nicht weit entfernt von den Grenzen zu Belgien und zu den Niederlanden. Am Montag nutzte er diesen Umstand für seine Zwecke aus. „Der Kampf hat sich gelohnt, das Corona-Kabinett hat entschieden: die Grenze bleibt offen!“, sagte Laschet in einem von seiner Staatskanzlei über die sozialen Netzwerke verbreiteten Film, in dem er in Vaals an der deutsch-niederländischen Grenze in inmitten lebhaften Verkehrs zu sehen ist. Zwischen Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Belgien werde es keine Grenzkontrollen geben. „Hier in der Euregio leben die Menschen über Grenzen hinweg. Das Krankenhaus ist einen Kilometer von hier entfernt, Patienten aus den Niederlanden und Deutschland werden da behandelt.“ Auch der Gesundheitsschutz gelinge nur grenzüberschreitend. Deshalb gelte: „Europa lebt weiter! Hier an der niederländischen Grenze: Ein guter Tag für Nordrhein-Westfalen.“

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Timo Steppat

          Redakteur in der Politik.

          Was gut für Nordrhein-Westfalen und Deutschland ist, beschäftigt auch das Bundesinnenministerium. Nur kommt man dort zu anderen Ergebnissen. Am Freitag noch hieß es aus dem Haus von Horst Seehofer (CSU), dass man hoffe, am Montag auch Kontrollen an den Grenzen zu Belgien, den Niederlande, Polen und Tschechien zu beschließen. An den anderen deutschen Grenzen steht die Bundespolizei bereits seit dem 16. März. Mehr als 60.000 Personen wurden seitdem zurückgewiesen, Pendler dürfen weiter einreisen.

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