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144.000 Deutsche wollen zurück : Maas: Rückholaktion dauert noch mindestens zwei Wochen

  • Aktualisiert am

Warten auf den Rückflug: Reisende am Flughafen von Manila auf den Philippinen Bild: dpa

Mit einer bisher einmaligen Aktion will das Außenministerium deutschen Touristen helfen, die wegen der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Außenminister Maas bittet sie um Geduld – manche Reiseplanungen stellten seine Mitarbeiter vor Herausforderungen.

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          Außenminister Heiko Maas rechnet damit, dass die Rückholaktion für die im Ausland wegen der Corona-Krise gestrandeten Deutschen noch mindestens zwei Wochen dauern wird. „Wir werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen pro Tag um die 10.000 Menschen nach Deutschland zurückbringen können“, sagte der SPD-Politiker am Freitag der ARD. Aber mittlerweile sei davon auszugehen, dass es um bis zu 200 000 deutsche Touristen im Ausland gehe.

          Gleichzeitig rief Maas dazu auf, die zunächst bis Ende April geltende Reisewarnung für alle touristischen Auslandsreisen unbedingt einzuhalten. Es sei „wirklich unverantwortlich, jetzt noch ins Ausland zu fahren, weil man möglicherweise damit rechnen muss, für eine längere Zeit nicht mehr nach Deutschland zurückzukommen“.

          144.000 Deutsche haben sich gemeldet

          Zahlreiche Länder haben inzwischen wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Grenzen geschlossen und Flugverbindungen gekappt. Maas hatte deswegen am Dienstag angekündigt, Deutsche aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine regulären Flüge mehr gibt.

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          Beim Auswärtigen Amt hätten sich bislang 144.000 Deutsche in Listen für einen Rückreisewunsch eingetragen, teilte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitag in Berlin mit. Man versuche mit Hochdruck, die Menschen zurückzuholen. Seit Montag habe man bereits mit mehr als hundert Flügen 96.000 Personen nach Deutschland gebracht – entweder mit Fluggesellschaften, über Reiseveranstalter oder mit Chartermaschinen.

          Priorität hätten derzeit Rückholungen aus Argentinien, Ägypten, der Dominikanische Republik, Costa Rica, Marokko, Peru, den Philippinen und Tunesien. Man schaue sich aber weitere Länder an, äußerte die Außenamtssprecherin. Bis Freitagabend hoffe man, 4000 der 6000 Deutschen aus Marokko, 25.000 von 35.000 aus Ägypten, 3000 der 4700 aus der Dominikanischen Republik, alle 1500 aus Tunesien und 7000 der 15.000 aus Südafrika zurückgeflogen zu haben. Aus der Türkei seien 20.000 der 30.000 registrierten Deutschen zurückgekehrt, aus Spanien seien es 25.000.

          Borrell warnt vor Falschinformationen

          Die Aktion umfasse aber nicht alle Deutschen im Ausland, betonte die Sprecherin. „Es gibt mehrere hunderttausend Deutsche im Ausland. Aber von denen wollen nicht alle zurück.“ Die Bundesregierung hatte zunächst 50 Millionen Euro für die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik bereitgestellt.

          Außenminister Heiko Maas zog eine positive Zwischenbilanz. „Jetzt müssen wir uns weiter vorarbeiten, koordiniert und mit kühlem Kopf“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und bat die Betroffenen ebenfalls um Geduld. „Wir werden nicht allen Gestrandeten gleichzeitig helfen können, aber wir bemühen uns, allen zu helfen, die auf unsere Hilfe jetzt angewiesen sind“, sagte der Minister. „Der Trend zu individueller Reiseplanung führt zu Verästelungen bis in entlegenste Winkel der Welt. Das stellt uns und die Reisenden jetzt vor Herausforderungen.“

          Laut dem EU-Außenbeauftragen Josep Borrell gibt es beispielsweise Schwierigkeiten in Lateinamerika, wo vor allem Spanier festsitzen. So habe ein Flughafen in Ecuador Maschinen aus Europa nur zögerlich die Landeerlaubnis erteilt, weil man fürchtete, so das Virus einzuschleppen. „Das zeigt, dass Falschinformationen Schaden anrichten“, sagte Borrell in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Rund 100.000 Europäer hätten sich bei Botschaften im Ausland registriert, möglicherweise wollten aber drei Mal so viele zurück. „Schritt für Schritt versuchen wir, die Leute nach Hause zu bringen“, sagte Borrell.

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