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Corona-Proteste : Tausende demonstrieren in mehreren Städten gegen Einschränkungen

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In Dresden suchte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) das Gespräch mit Demonstranten. Der Besuch im Großen Garten sei spontan erfolgt und deshalb vorher nicht angekündigt worden, hieß es. Kretschmer wurde teilweise dicht umlagert und stellte sich zahlreichen Fragen. Immer wieder wurde die sofortige Aufhebung aller Beschränkungen in der Corona-Krise gefordert. Manche Gesprächspartner leugneten die Existenz des Virus. Kretschmer versuchte zu erklären, warum die Regierung Maßnahmen traf und weshalb jetzt eine Lockerung möglich sei. Zahlreiche Teilnehmer zollten ihm für seinen Auftritt Respekt.

Hunderte Demonstranten in Berlin

Begleitet von rund 1000 Polizisten gingen Samstagnachmittag in Berlin mehrere Hundert Menschen zu verschiedenen Demonstrationen. Allein auf dem Alexanderplatz fanden gleichzeitig vier Kundgebungen mit insgesamt einigen Dutzend Teilnehmern statt. Rund um den Rosa-Luxemburg-Platz etwas kamen nach Polizeiangaben etwa mehr als 100 Menschen zusammen. 

Vor dem Reichstagsgebäude versammelten sich derweil mehrere Hundert Menschen bei einer Kundgebung des Fernsehkochs Attila Hildmann. Der für seine veganen Rezepte bekannte Koch war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien aufgefallen. Die Polizei sperrte für die Kundgebung einen Bereich ab und wies Hildmann darauf hin, dass nicht mehr als 50 Teilnehmer erlaubt seien. Auch Komiker Oliver Pocher zeigte sich am Nachmittag am Reichstag - vor laufenden Kameras diskutierte er mit Hildmann. Anschließend wurde er von der Polizei vom Gelände geleitet.

Gegendemonstrationen in Frankfurt

Auch in vielen anderen Städten demonstrierten am Samstagnachmittag kleinere Gruppen von Menschen gegen die Corona-Beschränkungen. In Frankfurt stießen mehrere Hundert Protestierende auf viele Gegendemonstranten, insgesamt sollen nach Polizeiangaben mehr als 1500 Menschen an Kundgebungen in der Stadt teilgenommen haben. Nach Augenzeugenberichten und Polizeiangaben trafen sich Gruppen an verschiedenen Plätzen der Innenstadt, so vor der Alten Oper, an der Hauptwache und am Roßmarkt, und wechselten ständig die Orte. Die verschiedenen Lager hätten sich gegenseitig angebrüllt. Bis zum Spätnachmittag habe es aber keine Handgreiflichkeiten gegeben, eine Person sei wegen des Zeigens des Hitlergrußes am Goetheplatz festgenommen worden.

Die Polizei hatte vorsichtshalber einen Wasserwerfer in Stellung gebracht. Gegner der Kontaktbeschränkungen hätten eher keinen Mundschutz getragen, linke Gegendemonstranten seien eher vermummt gewesen. Vor der Alten Oper kamen nach Schätzungen von Polizei und Augenzeugen 400 bis 500 Personen unterschiedlicher Lager zusammen. Linke Gegendemonstranten versuchten auf dem Roßmarkt, eine Ansprache gegen die Kontaktbeschränkungen mit Trommeln und Rufen zu stören.

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