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Kemmerich ist wieder da : Eine vollkommen unsensible FDP

Thomas Kemmerich Bild: dpa

Die FDP sollte stärker darauf achten, wer bei ihr unterkommt. Allerdings gibt auch das Führungspersonal derzeit keine gute Figur ab.

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          Mehr fällt dem FDP-Vorsitzenden Lindner nicht ein? „Er hat keine gute Sensibilität gezeigt“. Er – das ist Thomas Kemmerich, der, gegen Abstands- und Maskenpflicht verstoßend, mit Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern gegen Corona-Beschränkungen demonstrierte. Der Kemmerich, der sich Anfang Februar mit den Stimmen der AfD zum Kurzzeit-Ministerpräsidenten von Thüringen hatte wählen lassen; der Vorgang stürzte die CDU in eine formidable Führungskrise. Die Erinnerung daran ist allerdings verblasst.

          Aber jetzt hat dieser Thomas Kemmerich wieder einen Auftritt gehabt. Wäre er sensibler gewesen, hätte er dann Mundschutz getragen? Auf Abstand zu Extremisten gehalten?

          Der Mann sucht offenbar deren Nähe und Gedankenwelt. Deswegen liegt es nahe, ihm entweder den Parteiaustritt dringend zu empfehlen oder ihn auszuschließen. Den Satz des früheren Innenministers Baum gilt für alle, nicht nur für die FDP: Wer mitlaufe (bei Aufzügen wie dem in Gera), wende sich gegen die demokratische Grundordnung.

          Aber die FDP, die herbe Kritik einstecken muss („Anhäufung von Totalausfällen“), sollte schon aufpassen, wer da bei ihr unterkommt. Vielleicht sollte sie es, ihre Umfragewerte im Blick, auch nicht damit übertreiben, forsch und ohne Unterlass immer nur das Lockern von Auflagen zu fordern. Nichtregieren ist besser als falsch regieren – manche könnten sich an Lindners Spruch mit einem Anflug von Erleichterung erinnern.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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