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Vor der Bundestagswahl : Selbst Merkel mag nicht mehr

Frühlingsstimmung vor dem Reichstag Bild: EPA

So viel Wechselstimmung vor einer Wahl war nie? Stimmt. Das sieht man nicht zuletzt an der Bundeskanzlerin.

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          Nun auch das noch: Kaum zeigen die Corona-Kurven nach unten, ist der deutsche Bürger in Erwartung der kommenden Bundestagswahl so sehr in Wechselstimmung wie noch nie. Liegt das daran, dass ein Wechsel der Bundesregierung schon längst ausgemachte Sache ist (wobei ein Drittel der Befragten davon anscheinend nichts mitbekommen hat)?

          Bundeskanzlerin Merkel hat ihren Wechsel aus der Politik längst angekündigt, und nicht nur die SPD hat die Wechselbäder namens „große Koalition“ gründlich satt. Wenn da keine Wechselstimmung aufkommt, wann dann?

          Erhellender scheinen die Antworten auf die Frage nach den Politikfeldern, auf denen sich laut den Befragten etwas ändern soll. An der Spitze rangieren Klima und Umwelt, Flüchtlinge und Integration, Rente, Bildung, Corona-Politik und Wohnen. So weit, so bekannt.

          Erstaunlich ist, dass sich auf allen diesen Feldern jeweils nur gut die Hälfte der Befragten einen „Neustart“ wünscht. Im Umkehrschluss heißt dies, dass annähernd die Hälfte der Bürger der Ansicht ist, dass es keineswegs eines fundamentalen Politikwechsels bedürfe.

          Zum Thema Rekord-Wechselstimmung nur noch so viel: Was ein AfD-Sympathisant und ein Grünen-Wähler sich unter einem Neustart von Klima- oder Integrationspolitik vorstellen, dürfte schwerlich auf einen Neustart im Konsens hinauslaufen. Was genau nach dem Herbst besser werden soll, steht also dahin. Anders wird es sowieso, das stimmt.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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