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Corona-Politik : Im Söder-Laschet-Theater

Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten: Laschet und Söder beim Europawahlkampfauftakt der Unionsparteien im April 2019 Bild: dpa

Je länger sich die Ministerpräsidenten Markus Söder und Armin Laschet beharken, desto mehr wird ihre Rivalität angesichts der Krise zum Getue.

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          Die Corona-Krise wird nicht nur als folgenreiche Pandemie in die Weltgeschichte eingehen, sondern auch, zumindest in deutschen Niederungen, als das Duell zweier Männer: Laschet und Söder. Keine Schaltkonferenz, die über Lockdown und Lockerungen entscheidet, ohne ein Nachbeben aus München oder Düsseldorf. Auch nach der jüngsten Aussprache zwischen Ministerpräsidenten und Kanzlerin wurde deshalb mit besonderer Aufmerksamkeit die „Spitze“ des Markus Söder gegen Armin Laschet über begehrte Urlaubsziele im Süden und Norden vermerkt: „Der Westen ist da nicht dabei.“

          Nicht zu erkennen ist, warum diese Rivalität, von der Sache her gesehen, wirklich bedeutsam wäre. Allenfalls muss Markus Söder zugestanden werden, dass er raffinierter vorgeht als Armin Laschet. Söder kann minutenlang und wiederholt über Vorsicht, Umsicht und Rücksicht sprechen, um anschließend dieselben Lockerungen in Aussicht zu stellen wie Armin Laschet. Das galt und gilt für Schulen, Kitas, Gaststätten, Spielplätze oder Sport – vielleicht mit vorübergehender Ausnahme der Möbelhäuser und Baumärkte.

          Laschet in der Defensive

          Auch Söders Einladung ganz Deutschlands, im Sommer nach Bayern zu kommen, soll wohl weniger den Corona-Schulterschluss mit einer strengen Kanzlerin dokumentieren, sondern endlich wieder die Wirtschaft ankurbeln. Da ist er ganz auf Laschet-Kurs.

          Söder profitiert dabei noch immer von seinem Auftritt vor dem 22. März, als er Angela Merkel das Heft aus der Hand nahm und im Alleingang die Ausgangsbeschränkungen verfügte, die alle anderen dann mitmachten. Laschet hingegen ist seither in der Defensive, aus der er auch mit noch so genervtem Engagement nicht herauskommt.

          Wenn also ein Wettbewerb allein um bessere Kommunikation dahintersteckt, worauf zielt dann das, mit Verlaub, Getue? Auf die Kanzlerkandidatur? Es ist sicher unglaubwürdig, so zu tun, als denke niemand in der CDU darüber nach. Im Corona-Zeitalter sind aus Monaten allerdings Ewigkeiten geworden. So lange soll das Laschet-Söder-Theater noch dauern? In der Krise mag sich Kanzlerfähigkeit zeigen. So aber nicht.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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