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Corona-Pandemie : Thüringen beendet Kontaktbeschränkung

  • -Aktualisiert am

In Thüringer Bussen und Bahnen sowie in Geschäften mit Publikumsverkehr bleibt der Mund-Nasen-Schutz nach wie vor verpflichtend. Bild: dpa

In Thüringen entfällt ab 13. Juni die verbindliche Kontaktbeschränkung. Abstand und Schutzmasken beim Einkauf und in Bussen und Bahnen sind weiter verpflichtend.

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          Thüringen wird als erstes Bundesland das pandemiebedingte Kontaktverbot praktisch abschaffen. „Eine rechtliche Kontaktbeschränkung entfällt. Polizei und Ordnungsämter werden nicht mehr kontrollieren, ob kleine Gruppen aus zwei, drei oder vier Haushalten bestehen“, heißt es in der neuen Corona-Eindämmungsverordnung, die das Kabinett in Erfurt am Dienstag beschloss und die am kommenden Samstag in Kraft tritt – und damit zwei Wochen eher als ursprünglich von Bund und Ländern vereinbart. Damit setzt die Landesregierung einen wesentlichen Teil des von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) geforderten Ausstiegs aus dem Corona-Krisenmodus um. Die bisherige Maßgabe, sich nur mit maximal zehn Personen aus zwei Haushalten zu treffen, bleibt lediglich als Empfehlung bestehen. Mit den bisherigen Maßnahmen sei viel erreicht worden, jetzt setzte man stärker auf die Eigenverantwortung der Menschen, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). „Jeder muss seinen Teil zum Infektionsschutz beitragen.“ Das Virus sei nach wie vor gefährlich, vor einer Ansteckung könne bisher nur Achtsamkeit schützen.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Auch deshalb wird die von Ramelow zunächst ins Auge gefasste Freiwilligkeit beim Abstandhalten sowie beim Tragen von Schutzmasken vorerst nicht kommen. In Bussen und Bahnen sowie in Geschäften mit Publikumsverkehr sei der Mund-Nasen-Schutz nach wie vor verpflichtend, heißt es in dem Beschluss. Darüber hinaus werden in Thüringen ab Samstag auch private Feiern wieder möglich sein. Ab 30 Personen in Innenräumen und 75 Personen im Freien müssen diese jedoch bis zu zwei Tage vorher bei den zuständigen Behörden angezeigt werden. Lockerungen gibt es ab dann auch in Kultur- und Freizeiteinrichtungen. So können Konzerthäuser, Theater und Kinos ebenso wieder öffnen wie Senioreneinrichtungen und Busreiseunternehmen. Messen, Märkte und Ausstellungen sowie Schwimmbäder, Saunen und Thermen dürfen den Betrieb nur dann wieder aufnehmen, wenn sie dafür eine schriftliche Genehmigung der jeweiligen Kommunalbehörde bekommen.

          Großveranstaltungen und Volksfeste bleiben wie im gesamten Bundesgebiet noch bis Ende August untersagt. Zudem gilt für alle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ebenso wie in Gaststätten im Freistaat die Pflicht für Besucher, Kontaktdaten zu hinterlassen, um im Falle einer Infektion schnell reagieren zu können. Zugleich seien alle Veranstaltungen zu untersagen, „die in besonderem Maße geeignet“ seien, „die Ausbreitung Pandemie zu fördern“. Thüringen zählt trotz zweier Hotspots zu den nur gering von der Pandemie betroffenen Ländern. Am Dienstag meldete das Land 15 Neuinfektionen, die Infektionsrate der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner lag bei 3,5 und damit weit unter der von Bund und Ländern festgelegten Marke von 50.

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