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Pandemie-Lockerungen : So weit öffnen die Bundesländer ihre Schulen

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Unterricht mit Abstand: Angehende Konditorenmeister und Konditormeisterinnen sind in Baden-Württemberg an ihre Schule zurückgekehrt. Bild: dpa

Einige Länder planen schon die Rückkehr zum Regelbetrieb in Grundschulen, in anderen haben noch nicht alle Schüler Präsenzunterricht erhalten – wie ist die Situation in den einzelnen Ländern? Ein Überblick.

          10 Min.

          Normalbetrieb in Kitas und Schulen nach dem Sommerferien – dafür sprach sie Familienministerin Franziska Giffey am Freitag aus. Im RBB-Inforadio sagte sie, Voraussetzung sei dafür, dass das Infektionsgeschehen so bleibe wie es ist. „Und da ist es natürlich nötig, dass das Personal auch zur Verfügung steht“, so Giffey. In den Blick nehmen müsse man deshalb dessen Gesundheitsschutz.

          Wenn Kitas und Schulen wieder in vollem Betrieb fahren, dann sei die 1,5-Meter-Abstandsregel nicht mehr zu halten, sagte Giffey weiter. Die Ministerin betonte, sie finde es richtig, dass die Bundesländer derzeit weitere Schritte der Öffnung gehen: „Das ist natürlich im Interesse der Kinder. Kinder brauchen Kinder. Wir müssen wieder zu Öffnungsschritten kommen, aber eben so, dass es verantwortbar ist.“

          Doch wie ist die Situation derzeit in den einzelnen Bundesländern? Ein Überblick. 

          Baden-Württemberg

          Seit dem 4. Mai findet in Baden-Württemberg der Unterricht wieder eingeschränkt statt. Zunächst hat der Präsenzunterricht für Abschluss- und Vorabschlussklassen begonnen, am 18. Mai folgte die Jahrgangsstufe 4 der Grundschulen. Die restlichen Klassen sollen nach den Pfingstferien in einem rollierenden System wieder unterrichtet werden, sodass sie bis zu den Sommerferien drei Wochen Unterricht an den Schulen erhalten. Alle Schülerinnen und Schüler sollen zum Ende des Schuljahres versetzt werden, es sei denn, sie wollen freiwillig wiederholen. „Für den Schulbeginn nach den Sommerferien ist für die weiterführenden Schulen noch keine abschließende Entscheidung möglich“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). 

          Die Grundschulen sollen allerdings ebenso wie Kitas und die Kindertagespflege bis Ende Juni wieder vollständig geöffnet werden. Als Grundlage für die Entscheidung führt die Landesregierung eine von ihr in Auftrag gegebene Studie an, die zu dem Schluss kommt, das Kinder bis zehn Jahre „eine untergeordnete Rolle“ als Überträger des Virus spielen. „Somit kann in dieser Altersgruppe auf die Abstandsgebote verzichtet werden“, teilte das Kultusministerium mit. Unterricht und Betreuung sollen demnach im Regelbetrieb möglich sein. Es soll aber feste Gruppen geben, die sich nicht durchmischen sollen. (jant.)

          Bayern

          In Bayern haben am 27. April Abschlussklassen an weiterführenden und beruflichen Schulen den Anfang gemacht. Drei Wochen später folgten die Vorabschlussklassen sowie die Jahrgangsstufe 4 der Grundschulen. Inzwischen erhalten auch der Schüler der Jahrgangsstufen 1, 5 und 6 gestaffelten Unterricht. „Vorbehaltlich einer weiterhin positiven Entwicklung des Infektionsgeschehens“ sollen die übrigen Klassen ab dem 15. Juni wieder zur Schule gehen. Auch hier soll ein rollierendes System angewendet werden. Nur an den Fach- und Berufsoberschulen erfolgt der Start des Präsenzunterrichts für die übrigen Klassen leicht verzögert am 25. Juni: Dann schließen die Abschlussklassen die Schulen ab und geben notwendige Raumkapazitäten frei, wie das Kultusministerium erklärte. Benotet werden sollen die Schüler in laufenden Schuljahr nicht mehr: Die Jahresfortgangsnote soll auf Grundlage bisher erbrachter Leistungen gebildet werden. Allerdings können sich Schüler noch freiwillig bewerten lassen, um ihre Note zu verbessern.

          Ab dem 15. Juni dürfen wieder auch alle Kinder, die kommendes Jahr eingeschult werden sollen, die Kita besuchen. Ab dem 1. Juli soll das Betreuungsangebot wieder allen zur Verfügung stehen. (jant.)

          Berlin

          In der Hauptstadt müssen Eltern und Schüler noch auf den Regelbetrieb der Schulen warten. Nach den Sommerferien, die schon am 25. Juni beginnen, soll es dann am 7. August wieder losgehen, wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag mitteilte. Allerdings müsse das noch mit den Lehrerverbänden und Schulträgern abgestimmt werden. Bisher findet seit dem 27. April wieder immer mehr Präsenzunterricht an den Berliner Schulen statt, von einem Normalbetrieb ist man allerdings noch weit entfernt. An manchen Gymnasien gibt es derzeit zwei Stunden Unterricht am Tag. Ausgeschlossen ist, dass die Schulen schon vor den Ferien wieder in Normalbetrieb gehen – anders als die Kitas, die noch im Juni wieder für alle Kinder geöffnet werden sollen.

          Das hat wohl auch damit zu tun, dass in der Hauptstadt, in der ohnehin Lehrermangel herrscht, viele Lehrer mit Vorerkrankungen bisher zu Hause geblieben sind. Auch wird darauf hingewiesen, dass es in Berlin mehr Corona-Fälle gebe als in anderen Ländern, etwa in Sachsen-Anhalt oder Schleswig-Holstein. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hatte vor wenigen Tagen gesagt, es sei nichts gewonnen, wenn man umgehend einen kompletten Schulbetrieb anbiete, der alsbald wieder geschlossen werden müsse. In den Sommerferien will Berlin Sommerschulen anbieten, damit Schülerinnen und Schüler Lernlücken schließen können – sie sollen für die erste und zweite Klasse und die Klassenstufen 7,8 und 9 gelten. (mwe.)

          Brandenburg

          Einen regulären Schulbetrieb will Brandenburg wie Berlin nach den Sommerferien Anfang August wieder einrichten. Das werde „vermutlich“ gelingen, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), da die Infektionszahlen im Land niedrig seien. Zudem bekomme man „mehr und mehr wissenschaftliche Hinweise, dass Kinder keine besonders große Ansteckungsgefahr darstellen“, so Ernst. Normalbetrieb bedeute auch, dass dann der Abstand von 1,5 Metern wegfalle. Dennoch arbeite ihr Ministerium an verschiedenen Szenarien. Neben dem Normalbetrieb sei das eine verbesserte Verlängerung der heutigen Situation und auch ein Wechsel zwischen beiden Modellen, wenn die Infektionslage das erfordere. Das Ministerium habe mehr als 1160 neue Lehrkräfte für das nächste Schuljahr eingestellt, so dass ein Regelbetrieb gesichert werden könne. Doch stelle man sich auch darauf ein, dass es zu lokalen oder regionalen Schulschließungen kommen könne, wenn es neue Corona-Ausbrüche gebe. In den Kitas wird seit dem 25. Mai ein eingeschränkter Regelbetrieb angeboten. (mwe.)

          Bremen

          Seit dem 25. Mai sind die Jahrgänge 5, 6, 7 und 8 wieder in den Schulen vertreten, alle Bremer Schüler sollen an mindestens zwei Tagen oder acht Stunden pro Woche am Präsenzunterricht teilnehmen. Ab dem 15. Juni sollen immer die Hälfte der Schüler in den Schulen sein, in wechselnden Präsenzzeiten. Der normale Unterricht für die 10. Klassen hat in den Oberschulen am 27. April begonnen, genauso die Vorkurse der gymnasialen Oberstufe. Viertklässler konnten ab 4. Mai vier Stunden pro Woche in die Schule, seitdem sind auch Schüler in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe wieder zurück. Am 18. Mai wurden Kinder der 1., 2. und 3. Klassen wieder schrittweise in die Schulen geholt, die Präsenzzeit der Viertklässler auf zwei Tage pro Woche ausgebaut. Auch die 9. Jahrgänge der Oberschulen und die Schüler in der Einführungsphase der Gymnasialen Oberstufe sind seitdem an mindestens zwei Tagen pro Woche wieder in ihrer Schule. (jawa.)

          Hamburg

          In Hamburg sind die Schulen zwar für alle Jahrgänge wieder geöffnet, allerdings sind die Schüler nur fünf bis sechs Stunden in der Woche wieder in der Schulen und die Klassen in Gruppen aufgeteilt. Die meiste Zeit muss zu Hause gelernt werden. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat angedeutet, dass es nach den Sommerferien wieder einen normalen Schulbetrieb geben könnte. Die oppositionelle CDU kritisierte bereits die zögerliche Politik des Senats bei den Schulöffnungen. (mawy.)

          Hessen

          Hessen hat den letzten Schritt der Schulöffnungen am Dienstag gemacht. Seitdem dürfen auch alle Berufsschüler sowie die Jahrgangsstufen 1 bis 3 der Grundschulen und deren Vorklassen und Intensivklassen wieder in den Schulgebäuden lernen. Auch Vorkurse an Abendgymnasien und dem Hessenkolleg konnten am vergangenem Dienstag mit dem Präsenzunterricht beginnen. Schon am 27. April sind die Abschlussklassen zurückgekehrt, am 18. Mai die vierten Klassen und alle Stufen der weiterführenden Schulen. Es wird zwischen Präsenztagen an der Schule und Fernunterricht gewechselt. In Kitas gilt seit dem 2. Juni ein eingeschränkter Regelbetrieb. (jawa.)

          Mecklenburg-Vorpommern

          Auch in Mecklenburg-Vorpommern dürfen alle Kinder zwar wieder in die Schule, aber nicht an jedem Tag und nur in aufgeteilten Gruppen. Maximal 15 Menschen dürfen sich bislang in einem Raum maximal aufhalten. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hatte jedoch am Mittwoch angekündigt, dass nach den Sommerferien im Nordosten der reguläre Schulbetrieb wieder aufgenommen werden soll – in festen Unterrichtsräumen mit festen Lehrern. (mawy.)

          Niedersachsen

          Die letzten Klassenstufen schickt die Landesregierung ab 15. Juni wieder in die Schule: Dann dürfen auch die Sechst-, Fünft-, und Erstklässler wieder in den Präsenzunterricht. Die Schüler aus den Abschlussjahrgängen 10 und 13 dürfen sich seit dem 27. April wieder auf den Schulweg machen. Seit dem 11. Mai wurde die Öffnung im Wochentakt ausgeweitet, den Anfang machte die 12. Stufe. Die dritte Grundschulklasse, die neunten Klassen sowie die Klasse 10 an Gymnasien folgten eine Woche später. Seit dem 25. Mai durfte die 11. Stufe wieder die Schultasche packen, seit dem 3. Juni sind auch Schüler der 2., 7. und 8. Klassen wieder dabei. „Der Zwei-Wochen-Rhythmus hat sich zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten bewährt und gibt den Schulen Planungssicherheit. Daher bleiben wir weiter in diesem Takt“, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne Mitte Mai. In Kitas gilt derzeit eine erweiterte Notbetreuung, die bis Mitte Juni zu einem eingeschränkten Regelbetrieb ausgebaut werden soll. Bis zur Sommerpause soll es jedoch keine Rückkehr zum Normalbetrieb geben. (jawa.)

          Nordrhein-Westfalen

          In Nordrhein-Westfalen kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag an, dass alle der 600.000 Grundschüler des Landes vom 15. Juni an bis zu den Sommerferien wieder an allen Wochentagen die Schule besuchen werden. „Wenn es um die Bildung unserer Kinder geht, zählt jeder Tag“, sagte die Ministerin. Die Aufnahme des Regelbetriebs an Grundschulen sei auch nötig, damit sich die Lehrer einen Eindruck von den Schülern verschaffen könnten, bevor es in das nächste Schuljahr gehe. Ministerin Gebauer verwies auf die „deutlichen Empfehlungen und Appelle von Kinderärzten und entsprechenden medizinischen Fachgesellschaften, die sich für eine zügige und möglichst vollständige Öffnung von Kitas und Grundschulen aussprechen“.

          Gebauers Ministerium beruft sich zudem auf einen in Absprache mit dem Kanzleramt entstandenen Beschluss, wonach es gilt, das Infektionsgeschehen bei Kindern bis zu zehn Jahren gesondert zu betrachten. Es liege, anders als bei älteren Schülern, bei nahezu null. Im Umkehrschluss folgt für das Ministerium daraus, dass die älteren Schüler noch auf den Regelbetrieb warten müssen. Für sie wird Präsenzunterricht weiterhin nur an ein oder zwei Tagen die Woche stattfinden, weil ihre Klassen aus Infektionsschutzgründen geteilt bleiben müssen.

          Grundschüler dagegen sollen vom 15. Juni an wieder in ihrem Klassenverband unterrichtet werden, eine Teilung wie bisher findet an Grundschulen dann nicht mehr statt. In der Klasse selbst gilt dann weder eine Maskenpflicht noch das Abstandsgebot. Allerdings müssen die Lehrer die Gruppenzusammensetzung und die Anwesenheit dokumentieren. Zudem wird es gestaffelte Anfangs- und Pausenzeiten geben, um im Infektionsfall eine sofortige effektive Rückverfolgung durch die Gesundheitsbehörden möglich zu machen.

          Für die insgesamt 2,5 Millionen Schüler in NRW war nach der Corona-Komplett-Pause im Mai in kleinen Schritten der Präsenzunterricht wieder aufgenommen worden. (reb.)

          Rheinland-Pfalz

          Am kommenden Montag werden Schüler der Klassenstufen 1, 2, 7 und 8 erstmals seit Beginn der Corona-Beschränkungen wieder an der Schulbank Platz nehmen. An Gymnasien werden zudem auch die Neuntklässler wieder zum Unterricht kommen, die an Realschulen, Integrierten Gesamtschulen und Förderschulen schon seit Anfang Mai wieder dabei sind. Für Schüler der gymnasialen Oberstufe sowie der 4. und 10. Klasse ging es ebenfalls schon Anfang Mai wieder los, seit 25. Mai auch für Dritt-, Fünft-, und Sechstklässler. Präsenz- und Fernunterricht wechseln sich auch in Rheinland-Pfalz weiterhin ab, in der Regel sollen maximal 50 Prozent der Schüler vor Ort sein. (jawa.)

          Saarland

          Am 4. Mai lief schon der Unterricht für die Viertklässler an, eine Woche später konnten auch die 11. Stufe der Gymnasien und die 12. Stufe der Gemeinschaftsschulen zurück in die Schule. Seit 18. Mai gehen Schüler mit besonderem Förderbedarf und die Stufe 12 an Berufsschulen wieder in den Unterricht, am 25. Mai ging der Präsenzunterricht für Grundschüler und die fünften und sechsten Klassen wieder los. Am vergangenen Dienstag sind im Saarland die Klassenstufen sieben und acht zurückgekehrt, meist mit zwei Tagen Präsenzunterricht pro Woche. Mit dem Ende der schriftlichen Abiturprüfungen im Mai sind an Gymnasien auch die Klassenstufen neun und zehn wieder vor Ort. Am Montag starten weitere Berufsschulklassen, darunter die Stufe 11 an Beruflichen Oberstufengymnasien.(jawa.)

          Sachsen

          Sachsen hatte vor drei Wochen als erstes Bundesland seine Schulen und Kindergärten wieder geöffnet. Nun bleibt es zunächst bis Ende Juni beim sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb. Kinder in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen werden in festen Gruppen von je einer Person betreut und unterrichtet. Auf das Abstandhalten sowie das Tragen von Schutzmasken wird hier verzichtet, da Kindern nach Überzeugung der Landesregierung im Allgemeinen das Verständnis für solche Maßnahmen fehlt. Die Gruppen dürfen sich jedoch auch in Pausen, beim Mittagessen oder im Hort nicht mischen, um im Falle einer Infektion schnell und gezielt handeln zu können. Aufgrund eines Gerichtsurteils hat Sachsen die Schulbesuchspflicht an Grundschulen vorerst ausgesetzt. Bisher kommen jedoch rund 95 Prozent aller Grundschüler wieder zum Unterricht. Für die Schüler ab Klasse 5 gelten die Regeln für Abstand und Mund-Nasen-Schutz, weshalb sie tages- oder wochenweise Unterricht abwechselnd an den Schulen und zu Hause erhalten.

          Mit Zustimmung der Schulleitung sowie unter Beachtung der Hygieneregeln können an allen Schulen ab sofort auch wieder Elternabende, -gespräche und Konferenzen stattfinden. Auch Zeugnisübergaben und Abschlussfeiern sind erlaubt. „Die Schüler haben sich einen würdigen Abschluss ihrer Schulzeit verdient“, sagte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU). „Das wollen wir unter den gegebenen Umständen auch möglich machen.“ Zugleich kündigte Piwarz an, „spätestens nach den Sommerferien“ wieder in den kompletten Normalbetrieb zu wechseln. Abhängig vom Infektionsgeschehen könnte es aber auch schon Ende Juni dazu kommen. Die Sommerferien beginnen in Sachsen in diesem Jahr am 20. Juli. (lock.)

          Sachsen-Anhalt

          Bis 15. Juni sollen alle Grundschüler in den täglichen Unterricht zurückkehren, schon ab dem kommenden Montag wird in Sachsen-Anhalt in manchen Grundschulen damit begonnen. Seit Dienstag werden die Schüler aller Jahrgangsstufen in kleine Gruppen eingeteilt und abwechselnd wieder im Klassenzimmer unterrichtet. Ab dem 4. Mai durften alle wieder in die Schule, die 2021 ihren Abschluss machen, außerdem die vierten Klassen der Grundschulen. Zusätzlich folgten ab dem 6. Mai alle anderen Jahrgangsstufen nach Entscheidung der Schulleitungen, bis zu den Pfingstferien sollte allerdings jedes Kind die Schule einmal besucht haben. (jawa.)

          Schleswig-Holstein

          Im Umgang mit den Schulen war der Kurs in Schleswig-Holstein nicht immer ganz klar. Die Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte vor einigen Wochen viel Aufmerksamkeit provoziert mit dem Vorschlag, das Abitur ausfallen zu lassen – sie zog ihn bald wieder zurück. Nun ist Kiel hingegen in die andere Richtung ambitioniert: Schon von nächstem Montag an soll es täglich wieder Unterricht in der Klasse an den Grundschulen geben. Abstandsregeln können dann nicht mehr eingehalten werden. In der letzten Woche vor den Ferien sollen darüber hinaus alle Schüler zumindest tageweise wieder im Klassenverband zusammenkommen. Zudem bereit man sich darauf vor, nach den Sommerferien Mitte August ein reguläres Schuljahr zu starten. (mawy.)

          Thüringen

          Die Thüringer Landesregierung hat es den Kommunen des Freistaats überlassen, ob und wann sie ihre Kindertageseinrichtungen wieder in Betrieb nehmen. Bisher haben gut 1100 der rund 1300 Kindergärten im Land wieder vom Not- auf eingeschränkten Regelbetrieb umgestellt. An den Thüringer Schulen wird seit Anfang Juni (und voraussichtlich bis zum Beginn der Sommerferien am 20. Juli) wieder unterrichtet – allerdings ebenfalls unter strengen Hygieneauflagen und damit unter erheblichen Einschränkungen. Die Schüler haben sowohl Präsenzzeiten in den Schulgebäuden, als auch Unterrichtszeiten zu Hause. Zudem hat es Bildungsminister Helmut Holter (Linke) Lehrern, die zur Corona-Risikogruppe zählen, freigestellt, ob sie im Schulgebäude unterrichten. In Thüringen trifft das auf rund ein Fünftel aller Lehrer zu. Wie viele von ihnen in den Schulunterricht kommen werden, ist noch unklar. Für das kommende Schuljahr kündigte die Landesregierung bereits den vollständigen Normalbetrieb an, sofern es die Infektionszahlen zulassen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält es zudem für zwingend notwendig, dass sich Lehrer und Erzieher dann regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen können. (lock.)

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