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Pandemie-Lockerungen : So weit öffnen die Bundesländer ihre Schulen

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Gebauers Ministerium beruft sich zudem auf einen in Absprache mit dem Kanzleramt entstandenen Beschluss, wonach es gilt, das Infektionsgeschehen bei Kindern bis zu zehn Jahren gesondert zu betrachten. Es liege, anders als bei älteren Schülern, bei nahezu null. Im Umkehrschluss folgt für das Ministerium daraus, dass die älteren Schüler noch auf den Regelbetrieb warten müssen. Für sie wird Präsenzunterricht weiterhin nur an ein oder zwei Tagen die Woche stattfinden, weil ihre Klassen aus Infektionsschutzgründen geteilt bleiben müssen.

Grundschüler dagegen sollen vom 15. Juni an wieder in ihrem Klassenverband unterrichtet werden, eine Teilung wie bisher findet an Grundschulen dann nicht mehr statt. In der Klasse selbst gilt dann weder eine Maskenpflicht noch das Abstandsgebot. Allerdings müssen die Lehrer die Gruppenzusammensetzung und die Anwesenheit dokumentieren. Zudem wird es gestaffelte Anfangs- und Pausenzeiten geben, um im Infektionsfall eine sofortige effektive Rückverfolgung durch die Gesundheitsbehörden möglich zu machen.

Für die insgesamt 2,5 Millionen Schüler in NRW war nach der Corona-Komplett-Pause im Mai in kleinen Schritten der Präsenzunterricht wieder aufgenommen worden. (reb.)

Rheinland-Pfalz

Am kommenden Montag werden Schüler der Klassenstufen 1, 2, 7 und 8 erstmals seit Beginn der Corona-Beschränkungen wieder an der Schulbank Platz nehmen. An Gymnasien werden zudem auch die Neuntklässler wieder zum Unterricht kommen, die an Realschulen, Integrierten Gesamtschulen und Förderschulen schon seit Anfang Mai wieder dabei sind. Für Schüler der gymnasialen Oberstufe sowie der 4. und 10. Klasse ging es ebenfalls schon Anfang Mai wieder los, seit 25. Mai auch für Dritt-, Fünft-, und Sechstklässler. Präsenz- und Fernunterricht wechseln sich auch in Rheinland-Pfalz weiterhin ab, in der Regel sollen maximal 50 Prozent der Schüler vor Ort sein. (jawa.)

Saarland

Am 4. Mai lief schon der Unterricht für die Viertklässler an, eine Woche später konnten auch die 11. Stufe der Gymnasien und die 12. Stufe der Gemeinschaftsschulen zurück in die Schule. Seit 18. Mai gehen Schüler mit besonderem Förderbedarf und die Stufe 12 an Berufsschulen wieder in den Unterricht, am 25. Mai ging der Präsenzunterricht für Grundschüler und die fünften und sechsten Klassen wieder los. Am vergangenen Dienstag sind im Saarland die Klassenstufen sieben und acht zurückgekehrt, meist mit zwei Tagen Präsenzunterricht pro Woche. Mit dem Ende der schriftlichen Abiturprüfungen im Mai sind an Gymnasien auch die Klassenstufen neun und zehn wieder vor Ort. Am Montag starten weitere Berufsschulklassen, darunter die Stufe 11 an Beruflichen Oberstufengymnasien.(jawa.)

Sachsen

Sachsen hatte vor drei Wochen als erstes Bundesland seine Schulen und Kindergärten wieder geöffnet. Nun bleibt es zunächst bis Ende Juni beim sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb. Kinder in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen werden in festen Gruppen von je einer Person betreut und unterrichtet. Auf das Abstandhalten sowie das Tragen von Schutzmasken wird hier verzichtet, da Kindern nach Überzeugung der Landesregierung im Allgemeinen das Verständnis für solche Maßnahmen fehlt. Die Gruppen dürfen sich jedoch auch in Pausen, beim Mittagessen oder im Hort nicht mischen, um im Falle einer Infektion schnell und gezielt handeln zu können. Aufgrund eines Gerichtsurteils hat Sachsen die Schulbesuchspflicht an Grundschulen vorerst ausgesetzt. Bisher kommen jedoch rund 95 Prozent aller Grundschüler wieder zum Unterricht. Für die Schüler ab Klasse 5 gelten die Regeln für Abstand und Mund-Nasen-Schutz, weshalb sie tages- oder wochenweise Unterricht abwechselnd an den Schulen und zu Hause erhalten.

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