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Maskenpflicht in den Ländern : So schützt der Mundschutz vor Ansteckung

Nur an den Trägern anfassen: Auch auf dem Weg zur Arbeit eine einfache Maske tragen. Bild: dpa

Unter welchen Bedingungen auch ein einfacher Mundschutz helfen kann, wie man ihn richtig trägt – und wieso man ihn nicht in die Mikrowelle legen sollte.

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          Das Maskentragen scheint sich allmählich auch in der deutschen Öffentlichkeit durchzusetzen, auch wenn es in Europa ungewohnt ist. Immer mehr Länder und Regionen wollen das Maskentragen im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen zur Pflicht machen. Auch das Robert-Koch-Institut in Berlin empfiehlt inzwischen das Maskentragen dort, wo der physische Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann, warnt aber zugleich davor, die Abstandsregeln und die Handhygiene zu vernachlässigen. Sich nur durch eine Maske in Sicherheit zu wiegen, wäre sicher falsch.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Aufschlussreich ist eine neue wissenschaftliche Studie aus Hongkong, auf die der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin Christian Drosten hingewiesen hat, bei der mit einfachen Erkältungs-Coronaviren infizierte Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Elf davon erhielten einen einfachen Mund-Nasen-Schutz (hier auch OP-Maske genannt), zehn weitere waren ungeschützt. Um die Köpfe der Probanden wurden dann Absaugevorrichtungen aufgebaut, die 30 Minuten alles einsammelten, was die Personen beim Atmen oder Husten von sich gaben. Alles wurde konserviert und in einem Labor getestet. Das Material wurde geteilt in Aerosole mit einer Größe von unter fünf Mikrometern, die sich bis zum Austrocknen in der Luft halten und auch dort noch infektiös sein können, zum anderen in Tröpfchen mit einer Größe von mehr als fünf Mikrometern, von denen auch bei einer Tröpfcheninfektion durch Niesen, Husten oder feuchte Aussprache die Rede ist.

          Bayerns Ministerpräsident Söder mit Rautenmaske
          Bayerns Ministerpräsident Söder mit Rautenmaske : Bild: dpa

          Bei 60 Grad waschen

          In der Auswertung wurde bei keinem der elf Patienten, die eine Maske trugen, das Virus im gesammelten Material nachgewiesen, bei den ungeschützten Probanden aber wurden nicht nur mehr Viren nachgewiesen, sondern auch Tröpfchen in beiderlei Größen. Vor allem für das gefährliche Frühstadium der Infektion, in dem andere angesteckt werden können, ohne dass der Infizierte Symptome verspürt, könnten die Masken die Ausbreitung verlangsamen. Das gilt allerdings nur dann, wenn die Maske richtig gehandhabt wird.

          Wer die Außen- oder gar Innenseite mit den Händen berührt, um kurz eine Zigarette zu rauchen oder was zu trinken, könnte das kontaminierte Material der Außenseite in seinem Gesicht oder auf seinen Kleidern verteilen. Wenn die Maske schon angefasst werden muss, nur mit gründlich gewaschenen Händen, am besten nur an den seitlichen Gummibändern, keinesfalls innen oder außen. Masken sind nur dann sinnvoll, wenn sie eng anliegen und Kinn, Mund und Nase vollständig bedecken. Durchfeuchtete Masken büßen ihre Wirksamkeit ein, deshalb werden sie in der Intensivmedizin bei ausreichend großen Vorräten alle zwei Stunden ausgetauscht.

          Wer die Maske nur zum Einkaufen trägt, sollte sie lange genug trocknen und lüften lassen und nicht in die Hosentasche stecken, wenn er den Supermarkt verlassen hat. Besser wäre es, die Maske erst zu Hause mit gewaschenen Händen abzunehmen. Von einer Desinfektion im Backofen (es müssten mindestens 70 Grad sein) raten die Virologen ab, weil auf diese Weise kontaminierte Masken mit Lebensmitteln in Berührung kommen könnten; sinnlos ist es auch, die Maske in die Gefriertruhe zu legen, dort würden die Viren eher noch konserviert und kämen womöglich ebenfalls mit Lebensmitteln in Berührung. Auch der Mikrowellen-Versuch zur Desinfektion dürfte in den meisten Fällen schon daran scheitern, dass der Draht, der das enge Anliegen der Maske über der Nase bewerkstelligen soll, bedenklich Funken zu schlagen beginnt oder mögliche Filter in FFP-Masken beschädigt werden. Selbst das häufig propagierte Bügeln mit Dampf kann den Zellstoff medizinischer Masken leicht beschädigen. Selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz sollte nach dem Tragen mit 60 Grad gewaschen werden, raten die Virologen, die gleichzeitig davor warnen, von solchen Schutzvorrichtungen einen vollständigen Schutz zu erwarten.

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