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Grenzen der Globalisierung : Der Markt ist eine gute Sache – bis eine Pandemie kommt

Ein Regal in einem Rewe-Supermarkt am Freitag, dem 13. März 2020 in Frankfurt am Main Bild: Diana Cabrera Rojas

Für den Katastrophenfall hält Deutschland in mehr als hundert Verstecken massenhaft Getreide, Reis und Kondensmilch vor. In der Industrie aber sind Lager verpönt und die Lieferketten global. Brauchen wir eine neue Wirtschaftsordnung?

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          Noch vor kurzem führten Ökonomen ausgiebige Debatten darüber, ob die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,0 oder um 1,1 Prozent wachsen wird. Seit das Coronavirus auch Europa erfasst hat, kann von Wachstum keine Rede mehr sein. Geschäfte sind geschlossen, Fluggesellschaften fliegen nicht mehr, Autohersteller wie VW, BMW und Porsche haben die Arbeit eingestellt. Hochbetrieb herrscht nur noch in den Supermärkten und in den Krankenhäusern, die eiligst die Zahl ihrer Intensivbetten aufstocken.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Noch weiß keiner, wie lange dieser Ausnahmezustand anhalten wird. Klar ist aber, dass es danach eine Grundsatzdiskussion darüber geben wird, welche Lehren Deutschland aus dieser Krise ziehen muss – von den Kapazitäten im Gesundheitssystem über die Versorgung mit Lebensmitteln bis hin zu der Frage, ob die von der Industrie so geschätzte „Just-in-time-Produktion“ ohne große Lagerhaltung nach dem Corona-Stillstand noch eine Zukunft hat. „Die Corona-Pandemie zeigt, wie fragil unser Modell der Globalisierung ist“, sagt der Ökonom Jens Südekum von der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität, der gerade, wie viele seiner Kollegen, die großen ökonomischen Leitlinien hinterfragt.

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