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Mutanten in Deutschland : Baut sich langsam die dritte Welle auf?

Bild: AFP

Die Zahl der Neuinfektionen geht stetig zurück und könnte Anlass für Optimismus bieten. Doch der Anteil der Mutanten wächst. Neue Zahlen zeigen, wie verbreitet sie schon sind.

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          Es ist eine beunruhigende Entwicklung, die sich hinter den ansonsten durchaus ermutigend wirkenden Zahlen verbirgt: Während der Sieben-Tage-Mittelwert der Neuinfektionen zuletzt im Schnitt mehr als 20 Prozent pro Woche zurückging, wächst der Anteil der leichter übertragbaren Mutanten immer stärker. Diese Tatsache hat prominent in die jüngst beschlossenen politischen Entscheidungen hineingewirkt. Schon vergangene Woche kursierten Prognosen, die zeigten, wie der exponentielle Anstieg der Zahl von Infektionen mit den neuen Virusvarianten den Rückgang der Wildform von Sars-CoV-2 immer stärker dominieren wird. Schon Anfang März könnte demnach bei gleichbleibendem Verhalten der Bevölkerung eine dritte Welle beginnen, deren Bekämpfung ungleich schwieriger sein würde als die bisherigen Ausbrüche.

          Sibylle Anderl
          Redakteurin im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Der Grund dafür ist die deutlich leichtere Übertragbarkeit insbesondere der „britischen“ Variante B.1.1.7, die sich gegenüber der Wildform in einer um mindestens einen Faktor von 1,4 mal höheren Reproduktionszahl ausdrückt – zumindest bisherige Schätzungen legen diesen Faktor nahe. Das würde bedeuten: Wenn der derzeitige Rückgang der Infektionszahlen des Wildtyps durch eine Reproduktionszahl von knapp 0,9 beschrieben werden kann, läge das R der Mutante bei knapp 1,3. Die entsprechenden prognostischen Kurven sind leicht zu erstellen: Wären gestern, in vorsichtiger Schätzung, nur zehn Prozent der gemittelt rund 7200 Neuinfektionen auf die ansteckenderen Mutanten zurückzuführen gewesen, dann wäre ihr Anteil schon in gut drei Wochen auf 50 Prozent gestiegen.

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