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Intensivmediziner warnen : „Unsere Hauptsorge ist die britische Mutante“

Das Divi-Intensivregister meldet am Mittag 2955 Covid-19-Intensivpatienten. Bild: dpa

Auf den Intensivstationen liegen so wenige Covid-19-Patienten wie seit Anfang November nicht. Kein Grund zur Entwarnung, sagt Intensivmediziner Karagiannidis. Alles hänge davon ab, dass möglichst schnell möglichst viele geimpft würden.

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          Die Zahl der Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ist in Deutschland am Mittwoch auf  2955 gesunken. Damit liegt der Wert erstmals seit dem 8. November 2020 wieder unter 3000, wie aus dem Intensivregister der „Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ (Divi) hervorgeht. Der bisherige Höchststand war mit 5745 Patienten am 3. Januar dieses Jahres erreicht worden. Der Wert hat sich seither fast halbiert.

          Tim Niendorf

          Politikredakteur.

          Christian Karagiannidis, Leiter des Divi-Intensivregisters, verweist jedoch darauf, dass die frei gewordenen Kapazitäten nun für Patienten mit anderen Erkrankungen genutzt werden. Dadurch bleibe die freie Bettenzahl weiterhin niedrig. „Zudem macht sich beim Personal eine zunehmende Müdigkeit bemerkbar“, sagte er der F.A.Z. Der Intensivmediziner sieht daher auch keinen Grund zur Entwarnung: „Unsere Hauptsorge ist die britische Mutante. Wenn diese Welle nach einer Öffnung zu einem steigenden R-Wert deutlich über 1 führt, läuft die Infektionswelle der Impfwelle voraus und wir erleben eine erneute Spitzenbelastung die wir zwingend verhindern müssen.“

          Im Dezember, als von der britischen Mutante noch keine Rede war, hatte Karagiannidis der F.A.Z. noch im Interview gesagt, die Krankenhäuser könnten von einer Zahl unter 3000 an wieder aufatmen. Damals war die Zahl derart in die Höhe geschnellt, dass die Politik sich gezwungen sah, einen Lockdown auszurufen.

          Die meisten Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung gibt es derzeit in Nordrhein-Westfalen (591). Dahinter folgen Bayern (472), Hessen (282), Baden-Württemberg (241), Berlin (222) und Sachsen (213). Am kleinsten ist die Zahl in Bremen (30) und im Saarland sowie in Mecklenburg-Vorpommern (beide 49).

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