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Maskenpflicht an den Schulen : Nicht wieder zulasten der Kinder!

  • -Aktualisiert am

Kinder auf dem Weg zur Schule Bild: dpa

Die Schwächsten der Gesellschaft sollten nicht wegen der Verweigerungshaltung einiger Erwachsener das Nachsehen haben. Das gilt vor allem für eine Schulart.

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          Nichts entzweit Eltern und Ärzte sowie Virologen mehr als die Frage die Maskenpflicht im Unterricht. Selbst unter den Kinderärzten gibt es dazu keine einhellige Position. Während die einen nicht einsehen, dass Kinder weiter mit der Maske im Unterricht sitzen sollen, während die Erwachsenen abends maskenlos im Restaurant speisen, halten die anderen den Zeitpunkt für das Ende der Maskenpflicht kurz vor dem Beginn der kalten Jahreszeit für denkbar ungünstig. Denn die Infektionszahlen werden steigen, weil die Impfquote unter den Erwachsenen noch viel zu niedrig ist.

          Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie medizinisches Personal, Altenpfleger, pädagogisches und sonstiges Personal in Kitas und Schulen zu erwägen ist deshalb eine berechtigte Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Es ist nämlich nicht einzusehen, dass die Schwächsten der Gesellschaft wie Kinder und Jugendliche, die lange genug Entbehrungen ertragen mussten, noch einmal wegen einer kaum nachvollziehbaren Verweigerungshaltung einiger Erwachsener das Nachsehen haben sollen.

          Am ehesten in der Grundschule

          Solange die Inzidenzen in der Gesamtbevölkerung und in der einzelnen Schule überschaubar bleiben, ist ein Ende der Maskenpflicht noch am ehesten in der Grundschule zu rechtfertigen. In den ersten Jahren kommt es auf Sprachbildung an, die auch auf Mimik und Optik angewiesen ist, gerade bei Schülern mit Einwanderungsgeschichte.

          Bei den älteren Schülern allerdings dürfte die Maske das deutlich geringere Übel sein als die Schulschließung oder die häusliche Quarantäne mit wiederholtem Distanzunterricht. Mit steigender Impfquote unter Jugendlichen könnte auch die Maske abgelegt werden, bis dahin ist sie die sicherste und zugleich günstigste Prävention außer dem Testen. Sie bewahrt Kinder und Jugendliche vor Quarantänemaßnahmen.

          Wie sich die Infektionszahlen in den Ländern mit einer Aufhebung der Maskenpflicht entwickeln, bleibt abzuwarten. Bayern und das Saarland werden von denen scharf beobachtet werden, die wie Hamburg vorsichtiger vorgehen.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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