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„Noch offene Fragen“ : Merkel kündigt System zum „Freitesten“ für den März an

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Für eine intelligente Öffnungsstrategie: Bundeskanzlerin Angela Merkel Bild: Daniel Pilar

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist das Testen ein elementarer Bestandteil einer „intelligenten Öffnungsstrategie“. Sie wolle mit den Ministerpräsidenten nächste Woche darüber sprechen. Auch sei es wichtig, dass mehr Menschen die Corona-App nutzten.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält Lockerungen der Corona-Maßnahmen nur mit vermehrten Testungen für möglich. Ein System dazu soll im März funktionsfähig sein. Im Interview mit der F.A.Z. sagte Merkel: „Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden.“ Damit das gelinge, müssten noch offene Fragen geklärt und das ganze Vorgehen am 3. März mit den Ministerpräsidenten beraten werden, äußerte die Kanzlerin. „Wie lange es dann dauert, bis ein solches System installiert ist, kann ich auf den Tag genau noch nicht sagen. Es wird aber im März sein.“

          Sie werde mit den Ministerpräsidenten bei ihrem nächsten Treffen am kommenden Mittwoch besprechen, „ob wir mit einer deutlich größeren Zahl von Schnelltests einen Puffer schaffen können“. Grundsätzlich könne ein Schnelltest zeigen, „dass jemand an genau dem Tag nicht infiziert ist, oder umgekehrt dass jemand, obwohl noch symptomlos, bereits infiziert und auch ansteckend ist“, sagte die Kanzlerin der FAZ. Alle Menschen mit Symptomen sollten ohnehin mit einem PCR-Test getestet werden. „Ein solches umfassendes Testen wäre für die Gesundheitsämter sehr wichtig“, mahnte Merkel. Eine große Hilfe wäre es auch, wenn noch mehr Menschen die Corona-Warn-App aktiv nutzten.

          Merkel verteidigte die Inzidenzen von 35 und 50 Neuinfektionen in sieben Tagen auf 100.000 Einwohner als Maßstab für die Corona-Maßnahmen. „Manche Ämter sagen, dass sie auch bei einer Inzidenz von 80 noch gut nachverfolgen können“, sagte die Kanzlerin. In der Praxis dürfte es dann aber keinen Anstieg der Infektionszahlen mehr geben. „Ich sehe wenige Beispiele dafür, dass das gelingt.“ Ab einer bestimmten Zahl von Fällen könne die Nachverfolgung nicht rechtzeitig gelingen. „Bei so hohen Inzidenzen wissen die meisten Menschen nicht mehr, wo sie sich angesteckt haben könnten, das Infektionsgeschehen ist dann diffus - da helfen auch doppelt so viele oder mehr Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern nicht.“

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