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Corona-Lockerungen : Die neue Freiheit sinnvoll nutzen

Wann kehrt die Normalität zurück? Lockerungen auch in Australien Bild: dpa

Bisher haben die Bürger in der Coronakrise nicht blinden Gehorsam, sondern große demokratische Reife gezeigt. Die bleibt weiterhin nötig, um eine Radikalisierung zu verhindern.

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          Manche Sommerbilder wirken so surreal, weil sie so normal scheinen – sie bilden allerdings eine Normalität der vergangenen Sommer ab und hoffentlich auch der nächsten. Im Moment aber sind große Partys und Getümmel eher Vorboten neuer Beschränkungen als Zeichen von Freiheit.

          Die neue Freiheit ist ja da, sie muss nur verantwortungsvoll genutzt werden, damit sie von Dauer ist. Weiterhin zeigt sich zudem, dass sowohl in religiösen Rahmen als auch in parallelgesellschaftlichen Clans, also buchstäblich in geschlossenen Räumen, das Risiko von sich ausbreitenden Corona-Herden besonders hoch ist.

          Doch auch wenn wir gut durch Sommer und Herbst kommen, wird es Verteilungskämpfe geben. Man muss keine Spaltung der Gesellschaft an die Wand malen, aber Unterschiede dürften sich verschärfen – und wenn auch Leistungen gekürzt werden müssen und die Frage mehr in der Vordergrund tritt, was systemrelevant und was gerecht ist, könnte das mehr Bürger auf die Straße treiben.

          Andererseits muss eine verschärfte wirtschaftliche Polarisierung nicht unbedingt in politische Radikalisierung münden, Obwohl den Leuten schon bisher einiges zugemutet wurde – nicht wenige sind in ihrer Existenz bedroht –, suchen die wenigsten ihr Heil bei Extremisten. Das Vertrauen in die demokratischen Institutionen ist weiter groß, nicht weil die Bürger Kadavergehorsam übten, sondern weil sie offenbar überwiegend die getroffenen Entscheidungen für überzeugend halten. Solche Reife bleibt wichtig.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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