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Hygiene in der Corona-Krise : Schlechte Zeiten für den Handschlag

Angela Merkel und Donald Trump reichen sich die Hände nach einer Pressekonferenz im Weißen Haus im März 2017 Bild: AFP

In der Politik besiegelte er Bündnisse. Nun ist er verrufen als Gefahr für Leib und Leben. Eine Handreichung.

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          Händeschütteln wird nach Corona auch nicht mehr das sein, was es mal war. Manche würden es gern gleich ganz abschaffen. Das amerikanische Model Nicky Hilton etwa, eine Urenkelin des Hotelgründers Conrad Hilton, eine Schwester von Paris Hilton. Der „New York Times“ sagte sie vor ein paar Tagen: „Ich denke, das werden wir künftig einfach komplett sein lassen.“ Sie sei darüber nicht traurig. „Wir sind sowieso als Gesellschaft viel zu sehr auf Körperkontakt fokussiert, das ist nicht notwendig.“ Mediziner haben schon immer vor dem Händeschütteln gewarnt, weil es für Krankheitserreger ein so bequemer Weg ist, von einem zum anderen zu gelangen – am wenigsten übrigens Coronaviren, umso mehr die Auslöser von Grippe und überhaupt Erkältungen aller Art.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Und doch ist es nicht so einfach, mit dem Händeschütteln von heute auf morgen aufzuhören, es sendet schließlich Botschaften, und das seit Jahrtausenden. Man kann ja nicht einmal sagen: das Händeschütteln. Es gibt so vielfältige Formen, und jede erzählt so viel über diejenigen, die sich die Hand reichen. Selbst wenn es ganz privat ist. Entscheidend ist zum Beispiel der Druck. Die Möglichkeiten reichen von „Schraubstock“ und „Knochenbrecher“ bis zu „Waschlappen“ und „toter Fisch“. Es gab sogar mal eine Untersuchung unter Menschen, die älter als 85 waren, die zeigte, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Händedruck und Sterberate: Je lascher, desto eher tot.

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