https://www.faz.net/-gpf-9y0xx

Corona-Krise : Spahn im Fahrstuhl

In den Fußstapfen? Jens Spahn und Angela Merkel Bild: dpa

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie ist zu einer Schicksalsfrage für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geworden. Sie kann ihn nach ganz oben tragen – oder in den politischen Keller.

          3 Min.

          In normalen Zeiten garniert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Reden gern mit Versatzstücken wie: Dank der Qualität des deutschen Gesundheitssystems könne sich jeder Bundesbürger beim morgendlichen Aufwachen darüber freuen, dass seine Lebenserwartung über Nacht um eine weitere Stunde gestiegen sei. Ein anderes Bonmot lautet, dass die Deutschen zwar bereitwillig persönliche Daten elektronisch sammelten und streuten, auch medizinische, dass sich viele der Erfassung ähnlicher Informationen im Gesundheitssystem aber verweigerten, selbst der anonymisierten.

          Beide Aussagen sind heute in verändertem Kontext wieder aktuell. Tatsächlich können die Deutschen ihrem oft geschmähten Gesundheitswesen dankbar sein, dass es auf die Corona-Krise vergleichsweise gut vorbereitet ist. Dabei geht es nicht nur um die Intensivbetten, auch die hohe Dichte an niedergelassenen Ärzten und der lückenlose Versicherungsschutz sind wichtige Voraussetzungen für das, was derzeit als wichtigste Aufgabe erscheint: Zeit zu gewinnen, um die Kliniken hochzufahren, um Impfstoffe und Therapien zu entwickeln, um mehr Menschen zu testen, um das Leben so umzustellen, dass Deutschland die Notlage (gut) übersteht.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          „Ich soll innerhalb von einer Stunde Stellung nehmen. Ich habe Besseres zu tun“, schrieb Drosten über die Anfrage der „Bild“

          „Bild“ gegen Drosten : Die versuchte Vernichtung

          Die Kampagne der „Bild“-Zeitung gegen den Virologen Christian Drosten legt vor allem eines offen: Das Desinteresse vieler an den Fakten für eine angemessene Pandemie-Politik.
          Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in Berlin

          Bedrohung durch Euthanasie : Zorn, der nicht vergeht

          In letzter Zeit muss ich häufig an meinen Großonkel Hermann und seine Wutanfälle denken. Warum wir sehr vorsichtig sein sollten, wenn wir über den Wert des Lebens reden. Ein Gastbeitrag.