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Corona-Krise : Die Stille im Auge des Supersturms

Der Limburger Bischof Georg Bätzing auf dem Weg in den Dom. Der Karfreitagsgottesdienst wird im Internet übertragen. Bild: Helmut Fricke

Herrscht zu viel politischer Konsens in der Auseinandersetzung mit der Corona-Krise? Der Streit wird auch in Deutschland kommen, und er wird heftig sein.

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          Kein Kirchgang, kein Mittagessen im Lieblingswirtshaus, nicht einmal Eiersuchen mit Opa und Oma: Auch Ostern müssen die Deutschen anders feiern, als es bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie selbstverständliche Normalität war. Die Stille des Karfreitags, die sich schon seit Ausrufung der Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen auf das Land gelegt hat, wird auch noch am Ostermontag herrschen. Die Muße zum Nachdenken zu nutzen ist jedoch erlaubt. Stoff dafür bietet die Seuche reichlich. Sie ist ein Stresstest für nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens, von der Beziehung zwischen zwei Personen bis zu den nicht weniger komplexen Prozessen der Weltwirtschaft.

          Damit fordert das Virus bis zum Äußersten auch die politischen Systeme heraus, die zur Regelung des Zusammenlebens der Menschen ersonnen wurden. Und schon ruft eine Einparteiendiktatur: Ich bin das bessere! Da kann man auch Konfuzianern nur antworten: Wer’s glaubt, wird selig. Solche fernöstliche Propaganda steht nicht für Stärke, sondern für die Sorge um den Bestand der eigenen Herrschaft. Die Demokratien wehren sich mit unterschiedlichem Erfolg gegen das Virus, aber in der Gänze wahrlich nicht schlechter als Autokratien und Despotien. Letztere sind allenfalls beim vorübergehenden Vertuschen ihrer Fehler besser, weil es an einer nennenswerten Opposition und freien Medien fehlt.

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