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Mehr Corona-Infektionen : Anpacken – und nicht nach Mutti rufen!

Bundeskanzlerin Angela Merkel Bild: dpa

Entscheidend ist das Eindämmen am Ort des Geschehens, nicht bundeseinheitliche Obergrenzen. Der föderale Wettbewerb hat sich in der Pandemie bewährt.

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          Die Corona-Zahlen gehen nach oben – und das ist im Wesentlichen nicht auf Urlaubsrückkehrer zurückzuführen, sondern „hausgemacht“: Feiern ohne Grenzen. Dabei ist beschränktes Feiern ja durchaus seit längerem wieder möglich – auch wichtig. Sogar Virologen haben dazu geraten, endlich rauszugehen und den langen Sommer zu genießen. Klar ist auch, dass man nicht jedes Risiko meiden kann und muss. Doch klar muss auch jedem sein, dass allzu große Lockerheit neue Beschränkungen zur Folge haben muss – im Sinne aller.

          Das heißt aber nicht, dass angesichts einiger lokaler Ausbrüche jetzt der Bund für ganz Deutschland Party-Obergrenzen beschließen sollte. So verständlich es ist, dass Bundeskanzlerin Merkel vor Neuinfektionszahlen wie in Frankreich warnt, so unverständlich ist es, dass ausgerechnet aus den Ländern jetzt der Wunsch nach einer zentralistischen Weisung ertönt. Nichts gegen Warnpläne und Empfehlungen.

          Aber das Entscheidende ist doch die Eindämmung am Ort des Geschehens. Es kommt nicht auf eine konkrete Zahl an, sondern auf das Verhalten der Veranstalter und der Behörden. Das Miteinander, aber auch der föderale Wettbewerb haben sich gerade jetzt bewährt. Sie sind der Grund dafür, dass Deutschland – etwa im Verhältnis zu Frankreich – gut dasteht und dass die Lage weiter unter Kontrolle ist. Wer will, dass das so bleibt, sollte den Föderalismus nicht schwächen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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