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Gesundheitsminister Jens Spahn : „Nicht jeder wird im Juni einen Termin bekommen“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag in Berlin. Bild: AFP

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagt, schon bald sei jede dritte Person in Deutschland geimpft. Im Laufe des Monats Juni gehe es dann noch einmal schneller voran. Er macht aber auch eine Klarstellung.

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          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Impf-Fahrplan konkretisiert. „Wir werden im Juni die Priorisierung aufheben können. Wir werden aber nicht jedem im Juni einen Termin geben können“, sagte er am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Es sei wichtig, keine falsche Erwartungen zu wecken, die nicht erfüllt werden können. Weiter wehrte sich Spahn gegen Behauptungen, vorhandene Impfstoffdosen würden nicht verimpft. „Es liegen nicht fünf Millionen auf Lager.“ Tatsächlich gebe es momentan vier Millionen Dosen, von denen bis Montag etwa zwei Millionen verimpft werden dürften. Für die weiteren Dosen gebe es auch schon Termine. „Das was ausgeliefert wird, wird auch schnell verimpft.“

          Tim Niendorf
          Politikredakteur.

          Die aktuelle Pandemie-Lage beschrieb Spahn als schwierig. Er verwies auf die Situation auf den Intensivstationen. Am Donnerstag war die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-Patienten auf mehr als 5000 gestiegen. Spahn sagte, die Belastung für das Krankenhauspersonal sei sehr hoch. Noch hänge der Inzidenzwert mit der Situation auf den Intensivstationen zusammen.

          Auch in Israel und Großbritannien, die schnell geimpft haben, sei dies zunächst so gewesen. Erst wenn der größte Teil der Bevölkerung geimpft sei, ändere sich dies. Am Freitag seien bereits 18,5 Millionen Menschen in Deutschland mindestens ein Mal geimpft worden. Das seien 22,2 Prozent der Bevölkerung. Sieben Prozent seien vollständig geimpft. Schon Anfang Mai werde jede vierte Person, Ende Mai auch jede dritte Person erstmalig geimpft sein. Im Mai könnten in Deutschland alle geimpft werden, die in der Prioritätsgruppe 3 sind, sagte Spahn. Das sind vor allem Menschen zwischen 60 und 70 Jahren sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Auch bestimmte Berufsgruppen fallen darunter.

          Lobend äußerte sich der Gesundheitsminister über den Impfstoffhersteller Biontech aus Mainz. „Was mich zuversichtlich macht, ist, dass Biontech sehr zuverlässig liefert, immer am gleichen Tag der Woche, immer die zugesagte Menge.“ Deutschland habe es schon zwei Mal geschafft, eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern und das werde auch ein drittes Mal gelingen. Spahn äußerte sich auch positiv über die Corona-Warn-App, die mittlerweile von mehr als 27 Millionen Menschen genutzt werde. 30.000 bis 50.000 Menschen würden mithilfe der App jeden jeden Tag informiert, dass sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten.

          Angesprochen auf die im Fußball-Europameisterschaft (EM) im Sommer, bei der auch München ein Standort ist, sagte Spahn, er könne nicht ausschließen, dass Zuschauer ins Station gehen könnten. Die Rede sei aber nicht von 60.000 Zuschauern. Unter Umständen sei es möglich, mit Hygieneregeln, Abstand und Testen einige Zuschauer hineinzulassen. Aber die EM sei noch eine Weile hin. Stand heute könne man keine Versprechen machen. Er sei mit der Stadt München und dem Bundesland Bayern dazu im Gespräch. 

          Auch über die Aktion von Schauspielern, die unter dem Motto #allesdichtmachen die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern kritisieren, äußerte sich Spahn. „Darüber suche ich auch gerne das Gespräch.“ Er könne verstehen, dass es wehtue, seinem Beruf nicht mehr nachgehen zu können. „Man ist ja Schauspieler geworden, weil man es liebt.“

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