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Liegt es an Sommerreisenden? : Warum die Corona-Fallzahlen in Deutschland kleiner werden

Eine Ärztin stellt am 23. September Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech in einem Impfzentrum in Dresden auf einen Tisch. Bild: dpa

Auf der Suche nach den Gründen fällt der Blick nicht zuletzt auf die Sommerreisenden. Hat das Land eine Welle von aus dem Ausland eingeschleppten Ansteckungen überwunden?

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          Seit zwei Wochen sinken die bundesweiten Corona-Fallzahlen, das Robert Koch-Institut (RKI) weist stetig niedrigere Inzidenzen aus. Binnen zwei Wochen ist die Zahl der bestätigten Neuansteckungen von knapp 13.000 pro Tag auf etwas mehr als 9700 gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz fiel von 89 auf 63 Fälle pro 100.000 Einwohner. Und die Inzidenz der Hospitalisierten ging von 1,95 Fällen pro 100.000 Einwohner auf 1,58 zurück. Bleibt die Frage: Warum läuft es gerade so gut?

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Da liegt zunächst ein Blick auf die Impfquote nahe. Zwar haben die vergangenen zwei Wochen der deutschen Impfkampagne in der Tat etwas gebracht, doch die Größe der Veränderung ist bescheiden – die Quote der vollständig Geimpften stieg um nicht einmal zwei Punkte von 62 auf 63,7 Prozent. Die Tatsache, dass weniger Infektionen gemeldet werden, kann auch damit zu tun haben, dass weniger getestet wird. Das trifft für die vergangenen Wochen zwar zu, doch auch dort ist der Unterschied gering. Der Verband der medizinischen Labore berichtete für die vergangene Woche von knapp 860.000 angeforderten PCR-Tests, das waren drei Prozent weniger als in der Vorwoche. Damals wurden knapp 883.000 Tests gemacht. Die Positivrate sank von 8,4 auf 7,9 Prozent – ein weiterer Hinweis darauf, dass die Zahl unerkannter Ansteckungen eher sinken, die Dynamik der Pandemie also weiter abnehmen dürfte.

          Grund zur Entwarnung sieht er nicht

          Das RKI führt den Rückgang des Infektionsgeschehens auf unterschiedliche Entwicklungen zurück. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahlen vor allem im bevölkerungsreichen Westdeutschland sinken, während sie im Osten teils deutlich angestiegen sind. „Die derzeitige Entwicklung könnte auf einen Rückgang des Sommerreiseverkehrs, eine Abnahme der im Rahmen des Schulanfangs diagnostizierten Infektionen und vor dem Hintergrund der erreichten Impfquote und der Einführung der 2-G- beziehungsweise 3-G-Regeln in vielen Bereichen zurückzuführen sein“, schreibt das Institut in seiner jüngsten Lageeinschätzung. Hat das Land also eine Welle von aus dem Ausland eingeschleppten Ansteckungen überwunden, die unter anderem durch die obligatorischen Schultests aufgefallen sind?

          Der Heidelberger Virologe Ralf Bartenschlager hält das zumindest für plausibel. Auch im vergangenen Jahr gingen die Zahlen zu Beginn des Herbstes für eine Weile zurück, sagt er. Da damals noch keine Impfung oder breite Testkonzepte zur Verfügung standen, fällt der Verdacht des Mediziners auf die Reiserückkehrer. „Die Frage jetzt ist, ob der Abfall weiter voranschreitet oder ob die Zahlen in zwei bis drei Wochen wieder nach oben gehen“, sagte Bartenschlager der F.A.Z. „Bleiben sie unten, könnte man davon ausgehen, dass Impfungen, Testkonzepte und 2-G/3-G-Regeln greifen.“

          Grund zur Entwarnung sieht er nicht. „Am problematischsten ist, dass die Infektionen allmählich auch wieder in die vulnerablen, älteren Personengruppen vorrücken.“ RKI-Daten zeigen, dass sich seit Anfang September wieder vermehrt Ältere mit dem Virus infizieren. Dass Ansteckungen im Urlaub den Anstieg der Zahlen bis Mitte September mit ausgelöst haben können, legen weitere RKI-Daten nahe. Demnach sank die Zahl der Ansteckungen im Ausland zuletzt deutlich. Ende August meldeten die Behörden noch fast 9200 Fälle pro Woche, die Werte gingen seitdem deutlich zurück auf zuletzt nur noch 2000 Infektionen. Zu Infektionen kam es vor allem in der Türkei, Kroatien und Italien.

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