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Kliniken am Limit : Was wir über die Impfdurchbrüche wissen

Auf der Covid-Station des Universitätsklinikums Leipzig stehen Mitarbeiter am Bett eines schwerkranken Patienten. Bild: dpa

Die Intensivstationen laufen wieder voll. Wie hoch ist der Anteil der Geimpften und der Ungeimpften an den Covid-19-Patienten? Eine Übersicht.

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          Dass sich die Corona-Lage in Deutschland mit hohem Tempo wieder verschärft, wird im Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich. Nicht nur von Großveranstaltungen rät das Institut nun ab, auch mahnt es die Geimpften, sich in diesen Novembertagen nicht zu sicher zu fühlen. Zwar werde deren Risiko, sich mit Corona anzustecken, noch immer als moderat eingeschätzt, jedoch verschärfe sich die Situation zunehmend. Das RKI rät vor diesem Hintergrund allen Bürgern, wieder auf nicht notwendige Kontakte zu verzichten.

          Tim Niendorf
          Politikredakteur.

          Dies gilt insbesondere für Ungeimpfte, deren Risiko, sich anzustecken, als „sehr hoch“ angegeben wird. Weiterhin ist das Gros der Covid-Fälle dem Bericht nach auf Ungeimpfte zurückzuführen, jedoch sei der Anteil der Geimpften in den vergangenen Wochen „deutlich gestiegen“. Impfdurchbrüche, heißt das Stichwort.

          Besonders bei den Alten, also der gefährdetsten Gruppe, lässt ein Wert aufhorchen. 60,9 Prozent aller gemeldeten Covid-Fälle in der Altersgruppe 60 Plus geht auf vollständig Geimpfte zurück, es handelt sich also um ebensolche Impfdurchbrüche. Der Wert ist in den vergangenen Wochen gestiegen.

          Wie schnell werden die Älteren zum dritten Mal geimpft?

          Das RKI verweist aber darauf, dass die Zahl so hoch sei, weil auch die Impfquote in dieser Altersklasse besser sei. „Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet.“

          Insgesamt lassen sich deutliche Unterschiede zwischen Älteren und Jüngeren ausmachen. Bei der Gruppe 60 Plus waren zuletzt immerhin  41,7 Prozent der Verstorbenen geimpft, auf den Intensivstationen lag der Anteil der Geimpften in dieser Altersgruppe bei 36 Prozent. Bei der Gruppe der 18-59 Jahre alten Menschen waren hingegen nur 18,5 Prozent der Verstorbenen geimpft, und nur 12,9 Prozent  der Intensivpatienten in dieser Altersgruppe hatten einen Impfdurchbruch. Alle anderen Intensivpatienten hatten sich, im Umkehrschluss, nicht geimpft.

          Die wieder ansteigende Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen, die zur Folge hat, dass andere Krankheitsfälle teilweise nicht mehr angemessen behandelt werden können, gehen also insgesamt weiterhin klar auf das Konto der Ungeimpften. Aktuell werden in Deutschland etwa 2800 Covid-Fälle intensivmedizinisch behandelt. Vor genau einem Jahr waren es nur etwas mehr.

          Besorgt zeigt sich das RKI auch von der Entwicklung in den Alten- und Pflegeheimen, sowie aber auch in den Krankenhäusern selbst. In diesen Einrichtungen werden demnach wieder mehr mehr Corona-Ausbrüche verzeichnet. „Davon sind auch geimpfte Personen betroffen“, heißt es in dem Wochenbericht.

          Trotz der Impfdurchbrüche macht das RKI klar, dass Impfungen einen hohen Nutzen haben. Es zeige sich, dass die klinischen Studien bezüglich der Wirksamkeit der Impfstoffe recht behalten hätten. In dem Wochenbericht wird das anhand von einigen Zahlen deutlich: Eine Impfung schützt demnach in der Altersgruppe 60 Plus in neun von zehn Fällen vor einer Behandlung auf der Intensivstation. Angesichts der Impfdurchbrüche bei den Älteren stellt sich daher die Frage, wie schnell diese in den nächsten Tagen und Wochen eine Auffrischimpfung erhalten.

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