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Corona in Pflegeheimen : Kein Abschied von den Sterbenden

Das Hanns-Lilje-Heim in Wolfsburg. Bild: dpa

In zwei deutschen Altenheimen sterben 27 Bewohner am Coronavirus, Dutzende sind infiziert. Warum sich die Krankheit dort so leicht ausbreitet – und wie Deutschlands Senioren besser geschützt werden können.

          5 Min.

          Die beiden Häuser könnten unterschiedlicher kaum sein. Das Seniorenheim St. Nikolaus liegt am südlichen Ende der Würzburger Innenstadt, mitten im Geschehen, wenige Meter sind es nur vom Haupteingang mit der weißen Fassade und dem markanten roten Dach bis zum Ufer des Mains. Gleich daneben eine alte Kapelle, die Turmuhr zeigt Vorbeifahrenden die Zeit. Auf der anderen Straßenseite ein asiatisch eingerichtetes Café, ein paar Meter weiter eine kleine Konditorei – beide trotzen der Krise, Kuchen und warme Kleinigkeiten gibt es jeweils zum Mitnehmen. Und dann ist da das Hanns-Lilje-Heim im niedersächsischen Wolfsburg, etwas außerhalb der Stadt gelegen.

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Von den Autohäusern, die sich südlich der Volkswagenwerke befinden, schlängelt sich die Martin-Luther-Straße hinaus ins Grüne, vorbei an Spielplatz, Supermarkt und Theodor-Heuss-Gymnasium, dessen Schüler sich „Theos“ nennen und die zuletzt von zu Hause aus lernten. Nach einer Kurve erscheint auf einer Anhöhe das Pflegeheim mit seiner gezackten Fassade, die Formen sich stetig wiederholend. An diesen beiden Orten, Würzburg und Wolfsburg, kann man derzeit beobachten, wie verheerend das neuartige Coronavirus für jene sein kann, die zu den Schwächsten der Gesellschaft zählen. In beiden Pflegeheimen starben bis Sonntag etliche Senioren an den Folgen einer Infektion – in Würzburg waren es zwölf, in Wolfsburg sogar 15.

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