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Hamburger Sonderfall : Warum die Zahl der Infizierten nach oben schnellt

Auf St. Pauli brennt kein Licht: Die Herbertstraße am Mittwoch. Bild: Niklas Grapatin/laif

In keinem Bundesland gibt es im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Corona-Fälle als in Hamburg. Und die Gesundheitsbehörde rechnet auch in den kommenden Tagen mit einem weiteren deutlichen Anstieg.

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          Schon der erste Corona-Fall in Hamburg war ein Urlaubsrückkehrer aus Norditalien. Vor allem in den ersten Tagen der Pandemie waren solche Geschichten nichts Ungewöhnliches in Deutschland, Hamburg trifft das nun aber besonders. In keinem deutschen Bundesland gibt es im Verhältnis zu den Einwohnern mehr Corona-Infizierte. Das hat offenbar einen simplen Grund: Als einziges deutsches Bundesland hat Hamburg Winterferien im März, und die nutzen Hamburger gern, um Ski zu fahren oder Sonne zu tanken. Auch in den Regionen, die inzwischen zu den Risikogebieten zählen. Jetzt, da die Schulen zwar weiterhin zu, die Familien aber zurück in der Stadt sind, wird gebannt abgewartet, was das für die Zahl der Corona-Fälle in der Hansestadt bedeutet. Nichts Gutes, ist zu befürchten.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Auf 100.000 Einwohner umgerechnet, hat laut Robert-Koch-Institut schon jetzt kein Bundesland mehr Covid-19-Fälle als Hamburg: Es sind 23,5. In den anderen Stadtstaaten sind es deutlich weniger, 15,3 in Berlin und 11,7 in Bremen. Auch in den Bundesländern wie etwa Bayern und Baden-Württemberg, die nah an Risikogebieten liegen, gibt es zwar deutlich mehr Infizierte in absoluten Zahlen – auf 100.000 Einwohner gerechnet mit 12,9 Fällen in Bayern und 19,5 in Baden-Württemberg aber weniger Betroffene.

          „Ursache ist die Rückkehr von Urlaubsreisenden“

          Auch die Hamburger Gesundheitsbehörde verweist zur Erklärung für diese Zahlen auf die „Skiferien“ vom 2. bis zum 13. März. Der deutliche Anstieg von bestätigten Fällen in Hamburg in den vergangenen Tagen sei daher erwartet worden. „Ursache ist die Rückkehr von Urlaubsreisenden aus den Risiko-Skigebieten in Norditalien, Österreich und der Schweiz“, heißt es aus der Behörde. „Den Großteil der gestiegenen Fallzahlen können wir auf Rückreisen aus Risikogebieten zurückverfolgen oder auf Kontakt zu Personen, die infiziert sind.“ Zudem habe sich eine Vielzahl von Rückkehrern mit Symptomen testen lassen, also sei zuletzt auch deutlich mehr getestet worden.

          Früh erkannte die Behörde in Hamburg die Muster: So wies der Senat schon vergangene Woche auf ein Cluster von Infizierten in der Stadt hin, die zuvor aus dem Skigebiet in Ischgl zurückgekehrt waren, das zu dem Zeitpunkt noch nicht als Risikogebiet galt. Hamburg hatte den Bund gebeten, das zu überprüfen. Am Donnerstag meldete die Gesundheitsbehörde in Hamburg 506 Corona-Fälle, 92 mehr als noch am Mittwoch. Die Stadt hat gut 1,8 Millionen Einwohner. Die Gesundheitsbehörde rechnet „auch in den kommenden Tagen mit einem weiteren deutlichen Anstieg“ der Corona-Fälle.

          Hamburg sieht sich gut aufgestellt

          Längst hat die Stadt reagiert, und im Kampf gegen das Virus einen strikten Kurs eingeschlagen. Hamburg war früh dran mit harten Einschnitten für das öffentliche Leben wie den Schließungen von Geschäften. Die Gesundheitsbehörde sieht Hamburg auch gut aufgestellt: Die Krankenhäuser in der Stadt verfügen über etwa 640 Intensivbetten mit Beatmungsgerät, in Kinderkrankenhäusern kommen noch einmal 82 mit Beatmungsmöglichkeit hinzu. Man könne die Kapazitäten von Beatmungsbetten verdoppeln, heißt es aus der Behörde, „wenn der Bund wie geplant Beatmungsgeräte beschafft und den Ländern zur Verfügung stellt“.

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