https://www.faz.net/-gpf-a7psj

Europäische Union : Dem Virus Grenzen setzen

  • -Aktualisiert am

Die Grenze zwischen Aschau (Bayern) und Niederndorferberg (Tirol) Mitte März Bild: dpa

Die EU-Staaten sollten ihre Corona-Politik so eng wie möglich abstimmen. Sonst müssen die Grenzen bald wieder geschlossen werden.

          1 Min.

          Über das Thema Grenzschließungen ist seit Beginn der Pandemie höchst unterschiedlich debattiert worden. Am Anfang lehnte die Bundesregierung sie rundweg ab; Merkel sagte, sie seien „keine adäquate Maßnahme“ zur Eindämmung von Corona. Der amerikanische Präsident wurde dafür kritisiert, dass er Einreisen aus Europa (und China) untersagte. Typisch Trump, typisch Populismus, lautete der Subtext.

          Als dann die Infektionen zunahmen, machte aber auch Deutschland die Grenzen für einige Zeit dicht. Das war wiederum vielen überzeugten Europäern nicht recht, weil sie darin eine Störung der europäischen Idee sahen.

          Für eine Frage, in der es doch in erster Linie um den Gesundheitsschutz gehen sollte, ist das ziemlich viel Politik. Im Grunde ist die Sache einfach: Solange die Bevölkerung nicht auf breiter Front geimpft ist, bekommt man die Pandemie nur mit weniger Kontakten in den Griff. Und die können eben auch grenzüberschreitend stattfinden, das Virus hat sich ja so überhaupt erst auf der Welt ausgebreitet.

          Deshalb sollten die Staats- und Regierungschefs der EU sich ernsthaft um eine Abstimmung ihrer Corona-Politik bemühen, wenn sie an diesem Donnerstag wieder über die Pandemie beraten. Söder hat recht: Wenn es in einem gemeinsamen Raum der Reisefreiheit keine vergleichbaren Maßnahmen in den beteiligten Staaten gibt, dann bleibt am Ende nur der Schlagbaum.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Mehr impfen, auch im Supermarkt

          Söder und Kretschmer : Mehr impfen, auch im Supermarkt

          Bayern und Sachsen verlangen, dass mehr Impfstoff in die von Corona stark betroffenen Grenzregionen geliefert wird. Vor der nächsten Konferenz mit der Kanzlerin warnen die Ministerpräsidenten vor einem „Öffnungsrausch“.

          Topmeldungen

          Das Finanzimperium von Lex Greensill steht vor dem Aus.

          Finanzaufsicht sperrt Bank : Aufstieg und Fall des Lex Greensill

          Hinter der in Schieflage geratenen Greensill Bank steht die steile Karriere eines australischen Bauernsohns. Die findet jetzt ein abruptes Ende: Sein Finanzimperium kollabiert, Gläubigerschutz wurde beantragt. Auch deutsche Sparer sind betroffen.
          Ist umfassende Testung die Lösung für das Lockerungsdilemma?

          Alles wird gut? : Vom Dilemma der Risikokompensation

          Bei der Aussicht auf Schnelltests und Impfstoffe wird immer wieder auf eine „Licht am Ende des Tunnels“-Rhetorik zurückgegriffen. Das ist gefährlich. Allein die Empfindung eines geringeren Risikos kann das eigene Verhalten verändern.
          Kevin Kühnert spricht beim SPD-Bundesparteitag

          Debatte um Thierse-Gastbeitrag : Worauf will die SPD verzichten?

          Wolfgang Thierses Beitrag in dieser Zeitung ist für Saskia Esken und Kevin Kühnert ein Grund, sich zu schämen. Das ist also das vorwärtsgewandte Bild der SPD, das die beiden offenbaren wollten?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.