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Vor der Ausgangssperre : Die widerwillige Hauptstadt

Menschenleer: Der Berliner Hauptbahnhof am Donnerstag Bild: Jens Gyarmaty

Die Berliner weigern sich großflächig, freiwillig auf Abstand zu bleiben. Das liegt auch am Unwillen des Regierenden Bürgermeisters, Entscheidungen zu treffen. Die könnte ihm am Sonntag abgenommen werden.

          10 Min.

          Der Samstag soll entscheidend sein, heißt es aus der Bundesregierung. Das Verhalten der Bevölkerung an diesem Tag werde genau beobachtet und am Tag danach entschieden, ob den Ländern Ausgangsbeschränkungen empfohlen werden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat für sein Bundesland schon welche verhängt. Die Appelle, sich freiwillig voneinander fern zu halten, haben im Freistaat nicht gefruchtet.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Aber auch in Berlin wurde die Aufforderungen der Kanzlerin und des Regierenden Bürgermeisters oft eher lax ausgelegt.  Die fünf älteren Damen, die sich am Donnerstagmorgen ihr morgendliches Workout nicht nehmen lassen, sind da eher die Ausnahme. Sie walken nach den neuen Abstandsregeln: Streng im Gänsemarsch, die Arme synchron bewegend, bunte Häkelmützen wippen auf und ab. Der Mindestabstand von anderthalb bis zwei Metern wird perfekt eingehalten. Die Sonne scheint, und nichts deutet hier darauf hin, dass es Tag fünf des Ausnahmezustands in Berlin ist. Hier, das ist die Domäne Dahlem im Südwesten der Stadt, der einzige Bauernhof der Republik mit U-Bahn-Anschluss. Auf dem großflächigen Gelände grasen kurz nach acht die Kühe, gackern die Hühner, meckern die Ziegen.

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