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Corona im Elsass : Wettlauf gegen die Zeit

Ein Covid-19-Patient wird aus dem Krankenhaus im elsässischen Mülhausen evakuiert. Bild: AP

Im Elsass bleibt die Lage dramatisch. Mehr als 600 Menschen sind bereits gestorben, 700 Menschen müssen künstlich beatmet werden, die Krankenhäuser sind überlastet. Droht eine solche Lage auch in Baden-Württemberg?

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          Die Situation im Elsass bleibt dramatisch. Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde ist die Zahl der Covid-19-Toten auf 580 gestiegen. 3292 Schwerkranke werden in Krankenhäusern behandelt, 701 von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Die Notdienste erhalten mehr Anrufe von infizierten Menschen denn je. Wie Regionalratspräsident Jean Rottner mitteilte, sind allein beim Notdienst im Département Vogesen an einem Tag 1300 Anrufe eingegangen. Der Katastrophendienst Sécurité Civile France organisierte 55 Rettungsflüge in den vergangenen Tagen, um Patienten aus den überlasteten Unikrankenhäusern in Straßburg, Colmar und Mülhausen in andere Landesteile mit Intensivbettenplätzen zu bringen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Es müsse fortan auch erwogen werden, schwerkranke Patienten in kleinere Krankenhäuser in Zabern, Hagenau, Schlettstadt oder Saarburg zu verlegen, regt der elsässische Abgeordnete Patrick Hetzel von der rechtsbürgerlichen Partei Les Républicains (LR) an. Aus nicht verständlichen Gründen hätten die zuständigen Gesundheitsbehörden darauf verzichtet, Privatkliniken für die Versorgung der Covid-19- Kranken hinzuzuziehen. „Jetzt werden die privaten Einrichtungen endlich auch um Hilfe gebeten“, sagte Hetzel im Gespräch mit dieser Zeitung. Sein elsässischer Fraktionskollege, der Abgeordnete Jean-Luc Reitzer (LR), kämpft noch immer gegen eine schwere Form von Covid-19. Er sei in ein künstliches Koma versetzt worden, hieß es.

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