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Corona-Impfung in Deutschland : Bislang keine Komplikationen

  • -Aktualisiert am

Testlauf für Corona-Impfungen in Hamburg Bild: dpa

In den ersten drei Tagen wurden bundesweit bereits knapp 42.000 Personen geimpft. Wer Nebenwirkungen verspürt, kann sich per App an die zuständige Behörde wenden.

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          Drei Tage nach dem Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus sind in Deutschland noch keine Fälle von gesundheitlichen Komplikationen bei Geimpften bekanntgeworden. Zuständig für die Überwachung von Nebenwirkungen ist das Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI) mit Sitz im hessischen Langen. Geimpfte, die meinen, unter Nebenwirkungen der Impfung zu leiden, können dies direkt über die Internetseite des Instituts melden. Eine Meldung ist freiwillig, lediglich Ärzte und Pflegepersonal sind nach dem Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet, Impfbelastungen, die über das normale Maß – also zum Beispiel eine juckende oder leicht geschwollene Einstichstelle – hinausgehen, zu melden.

          Wie auch bei anderen Impfstoffen üblich, soll das PEI mit Hilfe dieser Daten über die Zulassungsphase hinaus die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs untersuchen. So sollen mögliche seltene, unerwünschte Nebenwirkungen in der breiten Bevölkerung entdeckt werden, die in der Testphase aufgrund der begrenzten Auswahl an Probanden unentdeckt geblieben sein könnten. Dies kommt nach Angaben des Instituts allerdings sehr selten vor, zumal der Impfstoff vor der Zulassung an einer Vielzahl von Probanden getestet wurde.

          Neben der Möglichkeit, online Nebenwirkungen zu melden, stellt das PEI Geimpften die Smartphone-App „SafeVac 2.0“ zur Verfügung, über die sie ihre Erfahrungen teilen können – unabhängig davon, ob sie Nebenwirkungen verspüren oder nicht. Die App ist frei für jeden zugänglich, die Nutzer bleiben dabei anonym. Über den Zeitraum eines Jahres werden sie in verschiedenen Zeitabständen zu ihrem Gesundheitszustand befragt. So sollen auch eventuelle Langzeitwirkungen der Impfung erfasst werden. Um Falschinformationen vorzubeugen, müssen Studienteilnehmer die individuelle Chargennummer des Impfstoffs in der App angeben. Geimpfte, die Nebenwirkungen verspüren, sollten sich an ihren Hausarzt wenden und besprechen, ob die erforderliche zweite Impfung, die normalerweise drei Wochen nach der ersten verabreicht wird, trotzdem gegeben werden sollte.

          Bis Dienstag wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts 41.962 Personen in Deutschland geimpft, der Großteil von ihnen ist in Pflegeheimen untergebracht. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen das Coronavirus grundsätzlich. Ihren Empfehlungen folgend, werden Pflegebedürftige, Hochbetagte und medizinisches sowie pflegerisches Personal zuerst geimpft. Auf diese Weise soll es am ehesten gelingen, schwere Verläufe einer Covid-19-Erkrankung zu verhindern. Bislang sind bundesweit fast 31.000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben.

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