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Entgegen STIKO-Empfehlung : Impfzentren mit Angebot für Kinder und Jugendliche

Wende in der Impfstrategie: Die Gesundheitsminister wollen Impfungen für Kinder von 12 Jahren an. Bild: Picture-Alliance

Laut der Gesundheitsministerkonferenz sollen Impfzentren nun Impfungen für 12 bis 17 Jahre alte Kinder und Jugendliche anbieten – entgegen der STIKO-Empfehlung. Das geht aus der Beschlussvorlage für das Treffen am Montag hervor.

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          Eine Auffrischungsimpfung für Höchstbetagte, Pflegebedürftige und immungeschwächte Patienten wollen die Länder von September an mit mobilen Teams in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe anbieten. Betagte Patienten, die zuhause leben, sollen durch die Hausärzte ihre Auffrischungsimpfung bekommen. Alle vor mindestens fünf Monaten vollständig geimpften Bürger können in den Impfzentren oder bei niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten eine dritte Impfung bekommen.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Das geht aus der Beschlussvorlage für die Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern (GMK) am Montag hervor. Die Auffrischungsimpfungen werden ausschließlich mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe verabreicht, unabhängig davon, womit die Patienten vorher geimpft wurden.

          Darüber hinaus sollen in den Impfzentren ab sofort Impfungen für 12 bis 17 Jahre alte Kinder und Jugendliche angeboten werden. Eine ärztliche Aufklärung sowie die Zustimmung der Sorgeberechtigten werde dabei sichergestellt. Kinder und Jugendliche können aber auch von niedergelassenen Ärzten und als Angehörige von Beschäftigten bei Betriebsärzten geimpft werden.

          „Maßgeblich für sichereren Start nach Sommerferien“

          Damit setzen sich die Gesundheitsminister über die derzeitige Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) hinweg, die eine Impfung nur bei Kindern und Jugendlichen empfiehlt, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung vermuten lassen. Für junge Erwachsene in Universitäten, Berufsschulen und Schulen sollen die Länder strukturierte, niedrigschwellige Angebote an den jeweiligen Lernorten machen. „Das kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen“, heißt es in der Beschlussvorlage, die der F.A.Z. vorliegt.

          Schon vorher hatte die Sächsische Impfkommission (SIKO) Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren generell empfohlen. Dies gelte von Sonntag an, teilte die SIKO am Freitag in Dresden mit. Bisher entsprach das Vorgehen in Sachsen der bundesweit gültigen Maßgabe: Impfungen in der Regel erst für Jugendliche ab 16 Jahren. Für Jüngere ab zwölf Jahren wurde sie lediglich bei Vorliegen von Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf empfohlen. Alle anderen sollten die Spritze nur nach einer ausführlichen Aufklärung erhalten.

          In Israel ist die Impfung für Kinder ab 12 Jahren bereits seit Anfang Juni möglich. Das Land erlaubt nun zudem Impfungen für Fünf- bis Elfjährige mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben.

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