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Ablehnung von Impfstoff : Will wirklich fast niemand Astra-Zeneca?

Sorgenkind: Der Impfstoff von Astra-Zeneca Bild: Reuters

Termine mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca werden immer häufiger storniert. Auf den ersten Blick wollen viele den Impfstoff nicht. Auf den zweiten Blick sieht’s schon anders aus.

  • -Aktualisiert am
          2 Min.

          Astra-Zeneca ist das Sorgenkind unter den Impfstoffen. Nicht qualitativ, er wirkt so gut wie jeder andere Impfstoff gegen eine schwere Erkrankung mit Covid-19, nach neuen Studien sogar besser als Biontech nach der ersten Impfung. Aber er hat einen Imageschaden, und der wird immer größer. Erst wurde mit der EU über zugesagte Liefermengen gestritten, dann hieß es, der Impfstoff sei weniger wirksam als andere, dann durften nur Leute unter 65 damit geimpft werden, und schließlich traten gehäuft Nebenwirkungen auf. Und zu guter Letzt heißt es nun, es wollten sich viele Leute nicht damit impfen lassen. Aber stimmt das?

          Nur zwei Prozent für Astra-Zeneca?

          Ja und nein. Hier gibt es eine vielzitierte Geschichte, die sich allerdings als nur halb wahr herausgestellt hat. Bei einer Studie kam angeblich heraus, dass sich nur zwei Prozent der Bevölkerung mit Astra-Zeneca impfen lassen wollten. Diese Studie ist die fünfte Befragung des Hamburg Center for Health Economics aus dem Januar dieses Jahres. Gefragt wurde danach, womit man sich impfen lassen wolle, wenn man die freie Wahl habe. Man kann also aus den positiven zwei Prozent für Astra-Zeneca nicht auf eine ablehnende Haltung von 98 Prozent der Bevölkerung gegen Astra-Zeneca schließen. Im Gegenteil: Es stellte sich sogar heraus, dass es 48 Prozent der Menschen ganz egal war, mit welchem Impfstoff sie geimpft würden.

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