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Vorvertrag unterzeichnet : Bayern will sich zusätzliche Sputnik-Impfdosen sichern

  • Aktualisiert am

Bayerns Ministerpräsident Söder bei der Pressekonferenz in München. Bild: dpa

Mit der Firma, die für die russischen Impfstoffentwickler Sputnik in Bayern produzieren soll, hat der Freistaat einen Vorvertrag geschlossen. Modellversuche werden vorerst aufgeschoben.

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          Bayern wird nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder noch am Mittwoch einen Vorvertrag mit einer Firma in Illertissen für den Bezug des russischen Impfstoffs Sputnik abschließen. „Sollte Sputnik zugelassen werden in Europa, dann wird der Freistaat Bayern über diese Firma zusätzliche Impfdosen – ich glaube, es sind 2,5 Millionen Impfdosen – wohl im Juli erhalten, um die Impf-Zusatzkapazitäten in Bayern zu erhöhen“, sagte der CSU-Politiker in München.

          Der russische Impfstoff hat noch keine Zulassung durch die europäische Arzneimittelagentur EMA erhalten. Das Werk in Illertissen würde den Impfstoff dann im Auftrag der Sputnik-Entwickler produzieren.

          Bayern hat den Beginn seines Corona-Modellversuchs wegen einer „unklaren Inzidenzlage“ um zwei Wochen verschoben. „Es ist nicht die Zeit für unsichere Öffnungen oder Experimente“, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung. Es sei besser, „auf Nummer sicher zu gehen“ und die Entwicklung der Zahlen abzuwarten.

          Geschäfte öffnen ab einer Inzidenz von 50

          Zwar sei die Sieben-Tage-Inzidenz über das Osterwochenende zurück gegangen, dies sei aber kein realistisches Bild der tatsächlichen Lage, da Schulen derzeit geschlossen seien und über die Feiertage weniger getestet worden sei. Er wolle lieber „länger vorsichtig bleiben, dafür aber später mit gutem Gewissen öffnen“, sagte Söder. „Wir glauben, dass Öffnungen nicht in die jetzige Zeit passen.“

          Zugleich kündigte Söder eine neue, einheitliche Regelung für den Einzelhandel an. Unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 könnten alle Läden öffnen. Bei einer Inzidenz von 50 bis 100 gelte für alle Geschäfte bis auf den Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien und Apotheken das „Click & Meet“-Verfahren ohne Testpflicht.

          Von 100 bis 200 sei „Click & Meet“ mit einer Testpflicht erlaubt. Über 200 müssten die Geschäfte schließen. Der CSU-Vorsitzende wies den Vorwurf zurück, das dies ein Verstoß gegen die von Bund und Ländern verabredete „Notbremse“ sei. Diese beziehe sich nicht auf den Einzelhandel, in dem es kaum eine Infektionsgefahr gebe.

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