https://www.faz.net/-gpf-a92e0

Zum Abbau von Engpässen : Die Taskforce Impfstoffproduktion nimmt in Berlin die Arbeit auf

  • Aktualisiert am

Matthias Leske, Facharzt für Anästhesiologie, impft im Impfzentrum des Jerichower Landes eine Lehrerin mit dem Wirkstoff von Astra Zeneca gegen das Coronavirus. Bild: dpa

Die Bundesregierung hat große Pläne für einen stärkeren Ausbau der Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus in Deutschland. Ziel sei es, Vakzine „Made in Germany“ in alle Welt zu liefern zu können.

          2 Min.

          Die Bundesregierung hat große Pläne für einen stärkeren Ausbau der Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus in Deutschland. Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir sind nicht alleine auf der Welt, wir tragen große Verantwortung in Europa und international, vor allem mit Blick auf die ärmeren Länder. Unser Ziel sind daher Impfstoffe „made in Germany“ in einer Größenordnung, die auch signifikant zur Versorgung der Weltbevölkerung beitragen kann.“

          Feicht hat die Leitung eines Staatssekretärsausschusses übernommen, dem eine neue Taskforce Impfstoffproduktion berichtet. Die Taskforce selbst wird vom Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Christoph Krupp, geleitet. Die Taskforce soll am Montag ihr operatives Geschäft starten. Sie soll mit den betroffenen Unternehmen rechtzeitig gegensteuern, wenn Engpässe in der Impfstoff-Produktion drohen. Am schleppenden Start der Impfkampagne in Deutschland hatte es massive Kritik gegeben.

          Produktion daheim muss gestärkt werden

          Eine zentrale Lehre aus der Krise sei, dass die Produktion gerade bei Impfstoffen, medizinischen Produkten und Vorprodukten in Deutschland und Europa wieder gestärkt werden müsse, sagte Feicht. Auch sei eine stärkere Diversifizierung in den Lieferketten notwendig, hierbei sei auch die Wirtschaft selbst gefragt.

          Im Wirtschaftsministerium seien in einer ersten Phase der Corona-Krise im vergangenen Jahr Förderprogramme für die Produktion von Filtervlies und Schutzmasken aufgesetzt worden, sagte Feicht und sprach von einem großen Erfolg. „Aktuell stehen schon zusätzliche Produktionskapazitäten für mehr als 2 Milliarden Schutzmasken jährlich aus Investitionsvorhaben zur Verfügung, die das Bundeswirtschaftsministerium fördert.“

          Jeder, der will, soll geimpft werden können

          Der nächste Schritt sei nun, die Impfstoffproduktion abzusichern und auszubauen. Dies habe auch eine industriepolitische Dimension. Der Staatssekretärsausschuss und die Taskforce hätten drei übergreifende Ziele, so Feicht. Kurzfristig gehe es darum, die Produktionsprozesse für Impfstoffe und Impfstoffzubehör in Deutschland so zu unterstützen, dass die erforderlichen Impfdosen für alle, die sich in diesem Jahr impfen lassen wollen, auch bereitgestellt werden könnten. „Denn die Geschwindigkeit bei der Impfkampagne ist natürlich auch für alle Folgefragen, wie Lockerungen für die Wirtschaft, von entscheidender Bedeutung.“

          Mittelfristig gehe es darum, eine Industriestruktur in Deutschland und Europa so aufzubauen und zu verstärken, dass eine Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen gewährleistet sei. „Und ebenfalls industriepolitisch geht es darum, Deutschlands Stellung bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen mit neuartigen Technologien wie der mRNA-Technologie noch weiter auszubauen und langfristig zu sichern.“

          Auch Biontech-Gründer mahnt den Ausbau von Kapazitäten an

          Auch der Bintech-Gründer Ugur Sahin spricht sich für einen langfristigen Erhalt der Impfstoff-Produktionskapazitäten aus. In den kommenden Jahren müssten zwei Dinge sichergestellt werden, sagt Sahin der Zeitung „Bild“: „Zum einen die fortlaufende Produktion des Impfstoffes, damit für Auffrischungen und andere Länder ausreichend Dosen vorhanden sind. Und zum anderen müssen wir auch in der Lage sein, beim Auftauchen einer Super-Mutante schnell einen angepassten Impfstoff produzieren zu können.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf Truppenbesuch: Wolodymyr Selenskyj

          Ukraine-Konflikt : Kiews West-Offensive

          Angesichts des russischen Truppenaufmarsches sucht der ukrainische Präsident Selenskyj die Nähe zu EU und Nato. Kann er so das Blatt im Osten seines Landes wenden?
          September 2020: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfolgt im Bayerischen Landtag eine Rede von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

          Die K-Frage der Union : Söder muss nur noch zuschauen

          Die Unterstützung in der CDU für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet bröckelt Stück für Stück. Umso entschlossener wirkt die CSU. Die christsoziale Kampfmaschine funktioniert reibungslos.
          Ein Hubschrauber im Einsatz über dem Tafelberg

          Brand am Tafelberg : Kapstadts Universität in Flammen

          In der südafrikanischen Küstenstadt ist am Sonntag ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Auch das Bibliotheksgebäude der Universität mit seiner historischen Sammlung steht in Flammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.