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Fehlende Rohstoffe : Ein Grund, warum es nicht schneller mit dem Impfstoff geht

Damit kann man keinen Impfstoff machen: Einfache Lipidhüllen in Form von Öl im Wasser Bild: Getty

Beim Impfgipfel lernte auch die Bundeskanzlerin: Gäbe es mehr Lipide, könnte man viel mehr Impfdosen produzieren. Was hat es damit auf sich?

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          „Wenn man von einem der zentralen Stoffe, den sogenannten Lipiden, etwas mehr hätte“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Impfgipfel am Montag, „ dann könnte man sogar mehr Dosen produzieren.“ Das sei für sie neu gewesen. Was hat es mit diesen Lipiden auf sich?

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die Impfstoffe auf Basis der Botenstoffe mRNA lassen sich zwar vergleichsweise schnell herstellen. So braucht es bis zur Auslieferung nur rund vier Wochen, davon allein zwei bis drei Wochen für abschließende Qualitäts- und Kontrolltests. Allerdings sind für die verschiedenen Prozessschritte nicht nur mehrere Partner, sondern neben der mRNA auch verschiedene Rohstoffe nötig, die den Impfstoffherstellern zugeliefert werden. Die Rohstoffe sind teilweise knapp. Sehr wichtig sind in dem Zusammenhang sogenannte Lipide, also fettartige Moleküle, die es braucht, um die recht instabile mRNA zu verpacken.

          Biontech nutzt für das Corona-Vakzin vier verschiedene Lipide, darunter Cholesterin, hinzu kommen zudem noch verschiedene Salze und Zucker, wie einer Unternehmenspräsentation zu entnehmen ist. „Unternehmen können ihre Grundstoffe für Arzneimittel einschließlich Impfstoffen nur bei zuvor von ihnen geprüften und zuverlässigen Unternehmen kaufen, die diese mit den erforderlichen Qualitätsmerkmalen liefern können“, heißt es vom Verband forschender Arzneimittelhersteller (VfA).

          Denselben Stoff, aber beispielsweise mit einem geringeren Reinheitsgrad, könnten die Impfstoffhersteller nicht für ihre Produktion verwenden, da sie sonst die Produktanforderungen nicht einhalten könnten. „Das gilt auch für Cholesterin und andere Lipide, die für die Erzeugung von Lipidnanopartikeln zur Umhüllung der mRNA verwendet werden.“ Das Mainzer Biotechunternehmen bezieht die Lipide beispielsweise vom Darmstädter Dax-Konzern Merck sowie vom kanadischen Hersteller Acuitas.

          Mit Acuitas arbeitet wohl auch das Tübinger Biotechunternehmen Curevac zusammen. In Darmstadt heißt es, man „arbeite hart daran, die Kapazität weiter auszubauen“. Biontech sei schon früh an Merck herangetreten. Neben der Lieferung der Rohstoffe prüfe man derzeit „Optionen für weitere komplexe Prozessschritte“, das beinhalte auch Möglichkeiten im Bereich der Abfüllung und Verpackung von Impfstoffen.

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