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Geleitet von Hendrik Streeck : Studie soll Immunstatus der Bevölkerung klären

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck Bild: obs

Wie gut ist die Bevölkerung gegen Corona immunisiert? Diese Frage soll eine Studie klären. Geleitet wird sie vom Bonner Virologen Hendrik Streeck.

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          Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat eine repräsentative Studie zum Immunisierungsgrad gegen Sars-CoV-2 in der Bevölkerung angekündigt. Das Bundesbildungsministerium stellt dafür drei Millionen Euro zur Verfügung und erhofft sich von der „Immunebridge“ genannten Studie Aufschluss, in welchen Gruppen die Impflücken besonders groß sind und sich die Gefahren besser abschätzen lassen.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Geleitet wird sie vom Bonner Virologen Hendrik Streeck in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). Das NUM ist ein Zusammenschluss, der im Jahr 2020 gegründet wurde, um die praxisbezogene universitätsmedizinische Forschung während der Corona-Pandemie zu bündeln und zu stärken. Im Herbst und Winter sei mit erheblich steigenden Infektionszahlen zu rechnen.

          Gefahrenlage besser einschätzen

          „Wie stark die Belastung der Intensivstationen ausfallen wird, hängt auch davon ab, wie hoch die Grundimmunität ist“, erläuterte Streeck. Es seien eine Reihe von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen beteiligt.

          Grundlage ist eine Befragung von 16.500 Personen zum Impfstatus, möglichen Corona-Infektionen und anderen Vorerkrankungen. Auch mögliche Impfskepsis soll ermittelt werden. Streeck verwies darauf, dass 61 Millionen Menschen eine Zweifachimpfung und 51 Millionen eine Dreifachimpfung erhalten haben. Allerdings sei auch hier mit einer erheblichen Untererfassung zu rechnen. Um die Gefährdungslage für Herbst und Winter abschätzen zu können, seien genaue Kenntnisse über Impfquote und Genesenenstatus nötig.

          Beide sagen allerdings zu wenig über den Rückgang der Immunität in der Bevölkerung. Deshalb soll die Studie mithilfe der Messung von Antikörpern durch einen Blutstropfen am Finger genauere Erkenntnisse liefern. Dafür wird den Befragten per Post ein Bluttest zur Selbstanwendung zugeschickt. Die Probe wird anschließend in einem Labor auf die Zahl der sogenannten Nukleokapsid-Antikörper untersucht, die ein Hinweis auf eine unbemerkt durchgemachte Infektion sein können.

          Die repräsentative Stichprobe der Bevölkerung wird vom Umfrageinstitut Infratest dimap unter Nutzern des Bonussystems „Payback“ genommen. Außerdem fließen Kohorten Minderjähriger etwa von der Universitätsklinik Dresden und des Helmholtz-Instituts in Braunschweig ein. Die ersten Ergebnisse der Studie sollen schon Ende September vorliegen, um passgenaue Impfkampagnen für bestimmte Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.

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