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Corona-Gipfel mit Merkel : Vor dem Wellenbrecher

  • -Aktualisiert am

Bald auch bundesweit?: Lokaler Lockdown im Corona-Hotspot Rottal-Inn Bild: dpa

Vor zwei Wochen war Merkel unzufrieden mit den Corona-Maßnahmen der Länder. An diesem Mittwoch berät die Kanzlerin wieder mit den Ministerpräsidenten. Ihr wichtigster Verbündeter wird ihr helfen müssen.

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          Mit düsteren Vorhersagen über den Verlauf der Pandemie in den nächsten „sehr, sehr schweren Monaten“ hat die Kanzlerin, die in früheren Krisen betont unaufgeregt auftrat, die Deutschen schon vor Tagen auf eine Woche der Wahrheit eingestimmt. Wozu sich die Ministerpräsidenten am 14. Oktober bei einem Stand von seinerzeit „nur“ gut 5000 täglichen Neuinfektionen trotz Merkels Drängen noch nicht durchringen konnten, wird an diesem Mittwoch womöglich beschlossen, um einen Lockdown wie im Frühjahr noch zu verhindern.

          Schon zum nächsten Wochenende drohen tägliche Infektionszahlen von 20.000 und mehr. Merkels Einschätzung erweist sich als realistisch, dass die vor zwei Wochen mühsam beschlossenen Maßnahmen, Sperrstunden in der Gastronomie etwa und eine punktuell ausgeweitete Maskenpflicht, eben nicht reichen, um die wöchentliche Verdopplung der Infektionszahlen zu stoppen. Und damit auch den mit Verzögerung eintretenden starken Anstieg der Covid-19-Todesfälle und schweren Krankheitsverläufe zu verhindern.

          Wenn Merkel die Länder von einem kurzen, wenige Wochen dauernden „Wellenbrecher-Shutdown“ überzeugen kann, werden nur die Geschäfte, Schulen und Kitas offen bleiben. Doch die Kontakte drastisch einzuschränken und damit die Ansteckungsgefahr deutlich zu verringern, hat auch Söder als oberste Priorität nicht nur für Bayern genannt. Er bleibt Merkels wichtigster Verbündeter in dieser historischen Krise.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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